Israelische Tanzgruppe tritt heute in der Friedenskapelle auf

Mitfühlender Austausch zwischen Münster und Rishon LeZion Städtepartnerschaft bewährt sich in privaten Kontakten

Auf internationaler Ebene wird bislang vergeblich um ein Ende des Gaza-Kriegs gerungen. Auf lokaler Ebene wollen die Menschen dennoch nicht untätig sein. Und so waren die Kontakte zwischen Münster und der israelischen Stadt Rishon LeZion schon lange nicht mehr so intensiv wie in diesen Tagen.

“In den 33 Jahren der Städtepartnerschaft sind bei Projekten und Besuchen aus vielen Kontakten private Freundschaften geworden”, weiß Christiane Lösel vom städtischen Büro für Internationales im Amt für Bürger- und Ratsservice aus eigener Erfahrung. Und diese beweisen sich gerade in der Krise. E-Mails und Briefe gehen hin und her. Am Mittwoch sprach die Geschäftsführerin des Fördervereins “Freunde für Rishon Le Zion”, Christa Lindfeld, noch mit Meri Segal vom Partnerschaftskomitee in Rishon über die Lage vor Ort via Skype.

“Die Anspannung der Menschen steigt”, sagt Lösels Kollegin Monika Jürgensmeier. So hat Rina Shiponi eine Auslandsreise verschoben, weil sie ihr Land im Krieg nicht verlassen möchte. Die ehemalige Leiterin des dortigen internationalen Büros war für ihre Verdienste um die Städtepartnerschaft in Münster mit der Paulusplakette ausgezeichnet worden. Viele ältere Gesprächspartner berichten, dass sie in ihren Wohnungen bleiben, um so immer in der Nähe von Schutzräumen zu sein.

Der Strand von Rishon wurde gesperrt, weil es dort keine Schutzmöglichkeiten gibt. Noch am Mittwoch schlug dort eine Rakete ein, erfuhr Christiane Lösel in den Gesprächen. Auch zwei Schulen, ein Kindergarten und diverse Wohnhäuser wurden massiv beschädigt, wie Dov Zur, Oberbürgermeister von Rishon LeZion schreibt. Er bedankt sich in seinem Brief an Oberbürgermeister Markus Lewe für die Solidarität und Empathie aus Münster, die Lewe ihm bereits Mitte Juli schriftlich übermittelt hatte.

“Zuhören, Mitgefühl und Zuspruch sind wertvolle Möglichkeiten, unseren Freundinnen und Freunden in Rishon beizustehen”, sagt Lewe. Und “da sein” – zum Beispiel am 28. Juli in der Friedenskapelle: Die Tanzgruppe Gvanim aus Rishon kommt zu einem Auftritt nach Münster. Die rund 20 Tänzerinnen und Tänzer werden bei Gastfamilien wohnen und am Montag um 19 Uhr gemeinsam mit dem Westfälischen Volkstanzkreis einen lebendigen Mix aus folkloristischen und modernen Tänzen aufführen. “Es ist nicht leicht, in diesen Zeiten vergnügt zu sein”, schreibt Gilad Weiss, Leiter der Tanzgruppe. “Aber nur so können wir auf Dauer in Israel, einem Land mit vielen Konflikten, überleben.”

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Die Gruppe Gvanim aus Rishon LeZion hat sich bewusst entschieden: Sie reist wie geplant nach Münster und tritt in der Friedenskapelle auf.

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