Unwetter News aus Münster

OB der Stadt Hamm und OB von Münster nehmen den ganz kurzen Dienstweg

 

Münster/Hamm.

 

Oberbürgermeister Markus Lewe und der Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann, hatten in den letzten Tagen einen regen SMS-Austausch. Das Unwetter Ende Juli lässt weder Münsters Oberbürgermeister noch den OB der Stadt Hamm ruhen. Auch Hamm ist vom Unwetter nicht verschont geblieben. Während in Münster 20 000 Tonnen Sperrmüll abgefahren werden müssen, waren es in Hamm “nur” 101 Tonnen.

 

Nachdem Münsters AWM bei den Kollegen in Hamm um Unterstützung gebeten hatten, haben die “Simsen” der Oberbürgermeister die Sache noch beschleunigt. Markus Lewe aus Münster hat die Bitte der AWM sehr unterstützt und Thomas Hunsteger-Petermann aus Hamm hat sich auch in diesem Sinne beim Hammer Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb gemeldet und gebeten “Freiwillige vor!”.

 

Auch bei Anfragen in weiteren Nachbarstädten, bei Privatunternehmen und dem THW ist Münster seit dem 29. Juli sämtlich kollegial und unkompliziert geholfen worden.

 

So sind am kommenden Wochenende wieder Freiwillige und Sperrgutwagen aus Hamm und auch aus Recklinghausen, Duisburg und Wuppertal Samstag wie Sonntag ab 7 Uhr mit den münsterschen AWM-Leuten unterwegs um gegen die Sperrmüllberge anzuarbeiten.

 

Lewe bedankte sich bei seinem Kollegen Hunsteger-Petermann “für die großartige Unterstützung” – natürlich per SMS.

 

 

Finanzielle Soforthilfe weiterhin gefragt

 

Unvermindert große Nachfrage verzeichnet das städtische Sozialamt bei der finanziellen Soforthilfe für Unwetteropfer. Auch am Donnerstag, 7. August, wurden über 1000 Terminzettel vergeben. Somit sind die Tage bis nächste Woche Mittwoch bereits ausgebucht.

 

Mit über 30 Personen im Dauereinsatz auch über den offiziellen Dienstschluss hinaus konnte das Sozialamt die Zahl der bearbeiteten Fälle nochmals steigern auf derzeit über 400 pro Tag. Dazu hat auch das seit Dienstag laufende Terminverfahren mit stringenter Einlasskontrolle beigetragen.

 

So konnten die Menschen in den Büros zügig beraten werden, und vor der Tür kam es nicht mehr zu langen Warteschlangen. Die Bilanz bis Donnerstagabend: Seit Beginn der Soforthilfe am Freitag, 1. August, wurden von Jobcenter und Sozialamt insgesamt gut 3000 Anträge bewilligt, pro Antrag durchschnittlich rund 1000 Euro per Scheck ausbezahlt.

 

Nach dem Unwetter Sorge wegen Schimmel

Stadt gibt Tipps / Vorsicht vor falschem Lüften und vor Schimmelentfernern

 

Erst kam der Regen, jetzt kommt in manchen Wohnungen und Kellern der Schimmel. Und manche Anwohner und Helfer sorgen sich um ihre Gesundheit.

 

Die Fachleute der Stadt Münster haben die wichtigsten Tipps zusammengetragen, denn Schimmelpilz- und Bakterienwachstum birgt neben den materiellen auch gesundheitliche Risiken.

 

– Waren Räume zuvor trocken und bildet sich nach dem Unwetter dort jetzt ein erster Film, können diese auch betreten werden, um aufzuräumen und sie dann zu trocknen. Wer auf der sicheren Seite sein will, trägt Mundschutz und Handschuhe.

 

Letztere empfehlen sich ohnehin bei der Arbeit. Vorsicht ist unbedingt geboten, bei Räumen, die schon vor dem Unwetter feucht oder gar vom Schimmel befallen waren. Hier potenziert sich das Gesundheitsrisiko. Deshalb sollten nur Fachleute dort hinein.

 

Je nach Schimmelart und Baumaterialien sind die notwendigen Maßnahmen so unterschiedlich, dass keine allgemeinen Empfehlungen gegeben werden können. Wer unsicher ist, sollte den Raum meiden und sich erst den Rat der Fachleute holen.

 

Schimmelentferner und Desinfektionsmittel sind nicht angeraten, sie sind eher selbst gesundheitsschädlich als nützlich.

 

– Nach dem Aufräumen ist Trocknen oberstes Gebot. Damit durchnässte Wände gut trocknen können, sollte die Luft gut zirkulieren können. Alle Gegenstände, die noch feucht sind, sollten raus aus dem Raum und separat getrocknet werden. Geht das nicht, sollte man sie wenigstens von der Wand abrücken und möglichst hochstellen.

 

– Lüften macht nur Sinn, wenn die feuchte Luft auch raus kann. Dazu muss es draußen kälter und trockener sein als drinnen. Das ist bei der derzeitigen Wetterlage selbst nachts nicht immer gegeben. Sicherheit verschaffen Thermo-Hygrometer, die es für 13 bis 20 Euro im Handel gibt. Eins im Raum, eins draußen und man weiß, ob es hilft, Türen und Fenster zu öffnen. Wer falsch lüftet, macht die Lage nur noch schlimmer.

 

– Am effektivsten ist der Einsatz von elektrischen Bautrocknern. Sie entziehen der Luft die überschüssige Feuchtigkeit. Granulat-Entfeuchter sind in der jetzigen Ausnahmesituation nicht leistungsstark genug.

 

– Ventilatoren sind eine sinnvolle Ergänzung zum Bautrockner bei großen Räumen oder um die Effizienz zu steigern. Achtung: Der Ventilator wälzt die Luft nur um. Setzt man ihn ohne einen Trockner ein, gilt auch hier: Zum Austausch der feuchten Luft gegen trockenere muss es beim Lüften draußen kälter und damit trockener sein als drinnen. Sonst kondensiert die warme Außenluft an kalten-feuchten Wänden.

 

– Neuer Putz und neue Farbe dürfen erst wieder auf die Wände, wenn sie nachweislich komplett trocken sind. Kalkputze und Silikatfarben haben sich in Bereichen bewährt, die feuchtigkeitsgefährdet sind (z. B. Keller).

 

Die städtische Umweltberatung berät persönlich und telefonisch im Stadtwerke CityShop (Salzstraße 21, Telefon 0251 4 92-67 67, Mo 15 – 20 Uhr, Di – Do 10 – 13 Uhr und an jedem 3. Sa im Monat 11 – 17 Uhr). Auch das Gesundheitsamt hilft weiter (Telefon 0251 4 92-53 77).

 

Weitere Informationen zu dem Thema stehen im Internet (www.muenster.de/stadt/umwelt).

 

Hier findet sich auch das Schimmelnetzwerk Münster, in dem sich Sachverständige und Fachleute zur Schimmelbeseitigung zusammengeschlossen haben.

 

Kleine Sperrmüllreste in die graue Tonne – Recyclinghöfe nehmen Restmüll weiter kostenlos an

 

 

Wenn die großen Sperrmüllberge abgefahren sind, können kleine Reste zurückbleiben. Da aber alle Straßenreiniger der AWM in diesen Tagen bei der Abfuhr des Sperrmülls helfen, bitten die AWM diese Reste über die Restmülltonne zu entsorgen. Wer Restmüll an den Recyclinghöfen entsorgen möchte, kann dies noch bis zum 15. August kostenlos tun.

 

 

Stadt rät: Brunnen testen lassen

 

Die Stadt Münster empfiehlt von Überschwemmung betroffenen Brunnenbesitzern nochmals, das Wasser in ihren Brunnen durch ein akkreditiertes Labor prüfen zu lassen.

 

Außerdem sollten die Brunnen gründlich gespült werden, so der Rat des Amtes für Gesundheit, Veterinär- und Lebensmittelangelegenheiten. Bei Starkregen – er muss gar nicht so extrem sein wie am 28. Juli – können Insekten und Oberflächenwasser durch geteilte Betondeckel und schadhafte Schachtabdeckungen in die Brunnen geraten und damit Bakterien sowie Keime aus Kot und abgestorbenen Kleintieren das Trinkwasser verunreinigen.

 

Die Labors sollten deshalb vor allem auf Keimzahlen, coliforme Keime, E. coli und Enterokokken testen. Fragen beantwortet das Gesundheitsamt (Telefon 0251 4 92-53 33).

 

 

Lebensmittel und Problemabfälle gehören nicht an den Straßenrand Sperrmüllhaufen sind kein Spielplatz / Weiter Sondertouren der AWM ergänzend zur regulären Sperrgutabfuhr

 

Die Abfallwirtschaftsbetriebe sind weiter im Dauereinsatz und beseitigen Sperrmüllhaufen um Sperrmüllhaufen. Neben den zahllosen Sondertouren bedienen sie zeitgleich die Sperrgutbezirke, die regulär in diesen Tagen an der Reihe sind. Restmüll, Bio- und Papiertonnen wie auch die Gelben Säcke werden ebenfalls regulär geleert und abgefahren.

 

Entsprechend können alle Nahrungsmittel und Getränke, die mit dem Überschwemmungswasser Kontakt hatten, in die Restmülltonne entsorgt werden. Auch wenn sie verpackt sind, ob mit Dreh- oder Kronverschluss, Metall- oder Glaskonserve gehören sie in die graue Tonne – sie gehören überhaupt nicht in den Sperrmüll, weil sie Ratten, Mäuse und Insekten anlocken, die Krankheiten übertragen können.

 

Auch Problemabfälle dürfen nicht zum Sperrmüll gestellt werden, weil sie die Gesundheit schädigen und nicht über die Abfallbehandlungsanlage in Münster entsorgt werden können. Farbeimer, Zementsäcke, Batterien, Leuchtstoffröhren und Ähnliches können an den Recyclinghöfen abgegeben werden (Ausnahmen: Kinderhaus und – weil derzeit geschlossen – Nienberge).

 

Elektrogroßgeräte können aufgrund der Ausnahmesituation neben das Sperrgut an die Straße gestellt werden. Sie werden in Sondertouren von den AWM abgeholt. Elektrokleingeräte müssen zum Recyclinghof gebracht oder über die E-Schrott-Container, die an 44 Standorten im Stadtgebiet verteilt zur Verfügung stehen, entsorgt werden.

 

Bei allem Einsatz – auch in den nächsten Wochen wird immer noch Sperrmüll an den Straßen liegen. Deshalb wird um Umsicht und gesunden Menschenverstand gebeten: Sperrmüllhaufen sind kein Selbstbedienungsladen und kein Spielplatz.

 

 Sperrgutabfuhr am Wochenende mit 30 Wagen und 130 Kräften Andere Städte und Freiwillige unterstützen  Münster /

AWM-Appell: Nicht vor Sperrguthaufen parken / Hilfe von Bürgern beim Transport erbeten

Mit einem Großaufgebot an Fahrzeugen werden die Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM) auch am Samstag und Sonntag (9./10. August)   Sperrgut  abfahren. Über 30 Wagen sind im Einsatz, eine 130-köpfige Mannschaft schultert die Sonderabfuhr an diesem Wochenende.

Zum AWM-Team der Stadt Münster kommt Unterstützung aus Duisburg, Wuppertal, Hamm, Recklinghausen. Auch das THW packt mit an sowie private Firmen und freiwillige Helfer, darunter  Mitglieder der Facebook-Gruppe „Regen in Münster“. Welche Bereiche abgefahren werden, wird aktuell am Vortag bis 17  Uhr auf den Internetseiten unter www.awm.muenster.de veröffentlicht.

Damit die Teams am Samstag und Sonntag ab 7  Uhr effektiv und reibungslos aufladen und abtransportieren können, werden die Anwohner dringend gebeten,  keine Fahrzeuge vor den Sperrguthaufen zu parken. Fahrzeuge, die den Zugang behindern, werden vom Ordnungsamt umgesetzt. Insbesondere Kurven sollten frei gehalten werden.

5000 Tonnen Sperrgut

Nach dem kommenden Wochenende wird das Gewicht an Sperrgut, das die AWM seit dem Unwetter am  28. Juli eingesammelt hat, bei rund 5000 Tonnen liegen. „Viele unserer Kollegen aus der Sperrgutabfuhr haben das Limit ihrer Kräfte erreicht“, sagt AWM-Sprecherin Manuela Feldkamp. „Es wäre klasse, wenn uns – wie schon in den letzten Tagen geschehen – Bürger wieder tatkräftig im Abfuhrbezirk beim Transport des Sperrguts bis zu den Wagen unterstützen.“

Ein weiterer Appell: Sperrgut aus trockenen (!) Kellern bitte erst zur  nächsten regulären Abfuhr im September an die Straße stellen. Nur so kann alle Kapazität in die Beseitigung der Unwetterschäden fließen. Bis einschließlich 23. August haben zusätzlich alle von den Regenmassen betroffenen Münsteraner die Möglichkeit, die entsprechenden Abfälle kostenfrei an den Recyclinghöfen abzugeben.

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