Kita in Münster erhält Verstärkung aus den Niederlanden

Nicole Pintore aus Enschede unterstützt Kita-Team an der Gartenstraße / Erfolgreiche MONT-Initiative

Der Bedarf an pädagogischen Fachkräften auch in Münsters Kindertagesstätten (Kitas) ist groß, kreative Initiativen sind gefragt. Eine solche ergriff Oberbürgermeister Markus Lewe, als er  anregte, dem Fachkräftemangel auf deutscher Seite durch den Einsatz niederländischer Fachkräfte zu begegnen. Für Nicole Pintore aus Enschede kam die Initiative gerade recht: Im August trat sie als erste niederländische Kinderbetreuerin ihren Dienst in der städtischen Kita an der Gartenstraße an.

Gemeinsam mit Dr. Elisabeth Schwenzow, Geschäftsführerin der Euregio und Coen van Dijk von der Euregio-Bürgerberatung begrüßte Oberbürgermeister Lewe Nicole Pintore an ihrem neuen Arbeitsplatz. “Dieser Einsatz ist für mich gelebte deutsch-niederländische Kooperation. Das Städtenetzwerk MONT übernimmt hier eine Vorreiterrolle”, sagte OB Lewe. Er verhehlte aber auch nicht, dass es gerade bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen noch bürokratische Hürden gebe. “Hier müssen vor allem Den Haag und Berlin ihre Hausaufgaben erledigen.”

Die Idee für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit beim Fachkräftemangel wurde bei einem Spitzengespräch der Oberbürgermeister von Münster, Osnabrück und der Netwerkstad Twente mit den Gemeinden Enschede und Hengelo  – kurz MONT –  sowie der Euregio im März des vergangenen Jahres geboren. Die Euregio, das Jugend- und Personalamt der Stadt Münster und die Gemeinde Enschede suchten gemeinsam nach Lösungen. In der Folge wurden mit zentraler Unterstützung der Euregio eine Informationsveranstaltung in Gronau und Hospitationstage in städtischen Kitas in Münster organisiert. “Die Resonanz war ausgesprochen gut  und die niederländischen Gäste waren von der Kindertagesbetreuung in Münster begeistert”, berichtet Sybille Kratz-Trutti, Leiterin der Abteilung Tagesbetreuung beim Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster. Die Sprache werde grundsätzlich nicht als Hindernis gesehen, als Hemmnis wirke eher die Entfernung zwischen Wohn- und Arbeitsort.

Für die Euregio ist das Thema “Wohnen und Arbeiten jenseits der Grenze”  ein zentrales Aufgabengebiet.  “Die Unterschiede in den Sozialversicherungssystemen, im Steuerrecht und in der Rechtslage sind zentrale Fragen in unserer Bürgerberatung”, erläutert Dr. Schwenzow. Die MONT-Partner werden sich auch künftig gemeinsam mit der Euregio auf europäischer Ebene engagieren, um einen offenen europäischen Arbeitsmarkt einzufordern.

Foto (v.l.): Coen van Dijk und Dr. Elisabeth Schwenzow von der Euregio sowie Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe begrüßten Nicole Pintore (3.v.l) an ihrem neuen Arbeitsplatz in der Kita an der Gartenstraße

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