Letzter Tag auf dem Weihnachtsmarkt nach alten Regeln

Heute ist der letzte Weihnachtsmarktstag nach den alten Bedingungen im Rathausinnenhof.
Zum traditionellen Weihnachtsmarkt 2015 wird es eine Menge positiver Veränderungen geben, die Altbewährtes und Neues vorbildlich vereinen.

Ständen, die sich während ihrer letzten drei Jahre auf dem Weihnachtsmarkt als „bewährt“ erwiesen haben, wird mit der neuen „Altbeschickerregelung“ der Vorrang vor Betreibern gewährt, die sich zum ersten Mal oder nach einiger Zeit wieder bewerben.

Auch wird in Zukunft die Zulassungsvoraussetzug ergänzt, so das es nur Betreibern erlaubt wird, einen Stand auf dem Markt aufzustellen, wenn entweder die Inhaber selbst oder Personen als Geschäftsführer im Stand stehen. Damit soll von Anfang an die Sicherheit noch weiter gestärkt werden. Auch wird eine Untervermietung von Ständen nicht mehr erlaubt.

Gabriele Grollmann, Abteilungsleiterin im Ordnungsamt, unterstreicht, wir wollen in erster Linie das Personal und die Weihnachtsmarktbesucher vor ungewollten Unfällen schützen. Kurz eingewiesene Hilfskräfte haben oft keine Erfahrung im Umgang mit Gasflaschen und deren oft komplizierten Anschlussmöglichkeiten. Und Gasflaschen stehen in fast jedem Stand, damit es dort nicht zu kalt wird. „Aber dies ist nur einer von vielen weiteren Punkten, die den Weihnachtsmarkt in Zukunft noch sicherer machen“, so Grollmann.

Tatsächlich gab es in den vergangenen Jahren eine Menge Unfälle durch Verpuffungen und Bränden auf Weihnachtsmärkten in Deutschland, wie zum Beispiel die plötzliche Entzündung einer größeren Gasmenge (Verpuffung) auf dem Weihnachtsmarkt in Ehingen im vergangenen Jahr.

Sicherheit steht bei der Abteilungsleiterin an erster Stelle. So werden unter Anderem die Hütten auf dem Weihnachtsmarkt rund um den Rathausinnenhof im kommenden Jahr eine Mindesthöhe von 2,15 Metern aufweisen müssen, damit die Rettungskräfte ungehindert zu jedem Ort auf dem Weihnachtsmarkt gelangen können. Bisher war eine Mindesthöhe von 2 Metern vorgeschrieben. Das Ordnungsamt wird im kommenden Jahr eine „offene Begehung“ mit den Verantwortlichen des Weihnachtsmarkts, der Feuerwehr sowie der Presse durchführen.

Aber auch von Seiten der Veranstalterin, das MCC Halle Münsterland, wird von der verantwortlichen Projektleiterin Anja Wiesner und ihrem Team hervorragende Arbeit geleistet. Jeder Stand, der zum langfristigen Verweilen einlädt, weil dort Speisen oder Getränke ausgegeben werden, ist umgeben von Ständen mit einem gewissen „Schau Effekt“. So haben Stände mit weniger Anziehungskraft eine höhere Wahrnehmung bei den Kunden.

Auch in Zukunft können keine Ansprüche auf einen festen Standplatz erhoben werden. An zwei Standorten auf dem Weihnachtsmarkt wird es Informations-Hütten geben. Diese Hütten werden im kommenden Weihnachtsmarkt besonders auffällig gekennzeichnet, denn hier wird es alle relevanten Informationen zu den Ständen auf dem beliebten Weihnachtsmarkt geben.

Traditioneller Charakter, neues Punktesystem, bewährte Standorte und ein hohes Maß an Sicherheit, lautet die Kurzformel der künftigen Weihnachtsmärkte. Ziel mehrerer Gesprächsrunden mit Beschickern, Veranstalterin und dem Ordnungsamt der letzten Wochen war es, mit weitgehend neuen Richtlinien die Vergabe der Stände auf dem Weihnachtsmarkt 2015 rechtssicher zu gestalten.

Hintergrund: Das Verwaltungsgericht Münster hatte im Ergebnis mehrerer Klagen auf Zulassung zum Weihnachtsmarkt 2014 die städtischen Richtlinien in Teilen für rechtswidrig erklärt. Die Stadt hat die in den Gerichtsbeschlüssen enthaltenen Hinweise aufgegriffen und in Zusammenarbeit mit der Halle Münsterland als Veranstalterin, sowie dem Schaustellerverband und der “Interessengemeinschaft Rathaus-Weihnachtsmarkt” die Richtlinien grundlegend überarbeitet.

“Übergeordnetes Ziel war es, den Zweck der Veranstaltung – die Durchführung eines attraktiven und traditionellen Weihnachtsmarktes – zu stärken und gleichzeitig eine ermessensfehlerfreie Vergabe der Standplätze zu gewährleisten”, so Wolfgang Heuer, zuständiger Beigeordneter der Stadt.

Mit den neuen Richtlinien verbunden ist die Rückkehr auf die altbekannten Flächen rund um das Stadthaus 1 sowie neben der Dominikanerkirche; die zusätzlichen Standflächen aus diesem Jahr kommen nicht mehr zum Tragen. Neu ist auch, dass nunmehr bis Ende Februar eines Jahres die Teilnahme beantragt werden muss. Somit haben Bewerber, die eine Absage erhalten, bessere Chancen, auf einem anderen Weihnachtsmarkt noch einen Standplatz zu erhalten.

Die neuen Zulassungsrichtlinien mit dem dazugehörigen Bewerbungsformular stehen ab dem 23. Dezember zum Abruf auf der Internetseite www.weihnachtsmarkt-muenster.com.

„Aber es gibt in Münster ja noch mehr Weihnachtsmärtkte und die Betreiberinnen und Betreiber der fünf Weihnachtsmärkte haben uns ein gutes Ergebnis zurückgespiegelt”, berichtet die Leiterin von Münster Marketing, Bernadette Spinnen.

Laut einem ersten Stimmungsbild gab es vor allem in den ersten beiden Wochen mit kaltem und trockenem Winterwetter einen Besucherandrang. “Sturm und Regen haben dann leider dem Moonlight-Shopping einen Strich durch die Rechnung gemacht”, so Bernadette Spinnen. “Dafür waren der anschließende Samstag und Sonntag ausgesprochen gut besucht.” Besonders gefragt auf den Märkten waren hochwertiges Handwerk und kulinarische Leckereien.

Hochkonjunktur herrschte in den touristischen Informationsstellen. Rund 17 000 Advents-Stadtpläne wurden hier an Gäste ausgegeben. Westfalenfleiß als Betreiber des Busparkplatzes am Schlossplatz hat 20 000 Stadtpläne an die Touristen der Reisebusse verteilt.

Neben den Anfragen rund um die Weihnachtsmärkte gab es in den Tourist-Informationen viele Nachfragen zu den beiden großen Ausstellungen im LWL-Museum für Kunst und Kultur und im Kunstmuseum Pablo Picasso. “Für uns ein Indiz, wie gut das Gesamtpaket Advent und Kultur in Münster funktioniert”, meint Bernadette Spinnen.

Die Touristik von Münster Marketing meldete bereits vor Beginn der Adventszeit ausgebuchte Wochenenden. Beliebter Klassiker war erneut das gemeinsam mit den Hoteliers aufgelegte Adventsarrangement. Bei vielen spontanen Anfragen buchten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis weit ins Münsterland hinein Hotels. Selbst am vierten Adventswochenende – erfahrungsgemäß so kurz vor Weihnachten immer etwas schwächer gebucht – gibt es nun in der Innenstadt keine Doppelzimmer mehr.

Noch populärer als in den letzten Jahren scheint Münster im Advent bei den niederländischen Nachbarn zu sein. “Unsere Tourist-Informationen hatten gefühlt deutlich mehr Besuch von niederländischen Gästen als im vergangenen Jahr, und unsere Touristik hat zwölf Prozent mehr niederländische Übernachtungsgäste gebucht”, berichtet die Leiterin von Münster Marketing.

Hier macht sich laut Bernadette Spinnen die intensive Zusammenarbeit mit der Euregio bemerkbar. Gemeinsam mit dem dortigen Projektbüro “Geheim over de Grens” wird ein großer Teil der Marketing-Aktivitäten in den Niederlanden konzipiert und organisiert: vom Messebesuch, dem Versand von Prospektmaterial, der Öffentlichkeitsarbeit in niederländischen Medien und in Social Media-Kanälen bis hin zu Journalistenreisen.