Münster fiebert der Geburt entgegen

Die Elefantenkuh Corny aus dem Allwetterzoo Münster, gehört bestimmt zurzeit zu den gefragtesten Berühmtheiten im Umkreis der Westfalenmetropole. Da täglich viele Besucherinnen und Besucher zur Schwangerschaft von Corny fragen haben, beantworten wir diese gern gemeinsam mit dem Allwetterzoo.

Speziell zu diesem Zweck hat der Zoo eine Kolumne erschaffen, aus der wir jede Woche berichten. In dieser Woche geht es um Hormone und Blutabnahme bei der trächtigen Elefantenkuh.

Corny ist nun im 21. Monat trächtig. Die Trächtigkeit bei Elefanten dauert bis zu 22 Monate. Seit Ende November, kann das Kalb theoretisch täglich zur Welt kommen. „Corny ist topfit“, bestätigen Zootierarzt Carsten Ludwig und Tierarzt-Doktorandin Johanna Kasberg aus dem Allwetterzoo. Die trächtige Elefantenkuh wird regelmäßig von den beiden untersucht: Wiegen, Ultraschall oder Blutabnahme stehen zum Beispiel regelmäßig auf dem Programm.

„Corny macht das alles sehr gut mit, was nicht unbedingt selbstverständlich ist“, erklärt Ludwig. „Um diese Untersuchungen überhaupt machen zu können, haben unsere Pfleger jahrelang mit den Tieren gearbeitet und bestimmte Situationen einstu¬diert. Schließlich können wir nicht einfach zum Elefanten sagen, gleich pickst es ein wenig, ich nehme nur Blut ab, ist ganz schnell vorbei…“

Dank des Trainings und der damit verbundenen Geduld bei Mensch und Tier können Tierärzte und Elefantenpfleger im Allwetterzoo mittlerweile problemlos aus Cornys Ohr Blut entnehmen. Und das ist in Vorbereitung auf die anstehende Geburt wichtig. Denn mit der Blutprobe wird Cornys Hormonhaushalt kontrolliert. „Während der Trächtigkeit ist die Hormonkurve von Corny recht hoch.

Fällt die Kurve heißt das, der Geburtstermin naht. Und kurz vor der Geburt fällt sie noch einmal stark. Es kann aber auch sein, dass die Kurve bis zur Geburt unverändert bleibt, das kam auch schon mal vor“, weiß Johanna Kasberg. Daher wurden in den letzten zwei Wochen alle zwei Tage und seit gestern (17.12.) dann täglich 5ml Blut aus Cornys Ohr entnommen. „Die Probe geht direkt an das Labor der Uniklinik Münster“, so Kasberg. „Das UKM liegt ja quasi bei uns um die Ecke, so dass die Probe recht schnell dort ist und wir auch binnen kürzester Zeit ein Ergebnis erhalten. Die Zusammenarbeit klappt sehr, sehr gut! Wir bekommen sogar am Wochenende und an den Feiertagen zeitnah unser Ergebnis.“

 

 

 

 

Fotos: (t.l.)
Text (adl/zoo)