Tagesarchive: 5. Januar 2015

Jazzfestival Münster: Ausstellung und Konzertreihe zur Jubiläumsausgabe ab 7. Januar

Große Kulturereignisse entstehen oftmals aus einem besonderen Engagement der lokalen Szene. Dies gilt auch für das Internationale Jazzfestival Münster. „Es braucht diesen lebendigen kulturellen Nährboden und die beständige Einbettung, um Leuchttürme entstehen zu lassen, die nicht einsam strahlen, sondern anregend befruchten“, sagt Frauke Schnell, Kulturamtsleiterin der Stadt Münster.

Gerade das Wechselspiel von internationalen Impulsen, engagierten Musikern vor Ort, herausfordernden Projekten und einer wachsenden Menge begeisterter Musikinteressierter, die diese Herausforderungen annehmen, schafft den Boden für eine besondere Qualität und stetige Entwicklung. Dafür steht auch der enorme Zuspruch, den das Jazzfestival in diesem Jahr zum 25. Mal genießt. Das Festival ist in dieser Dichte und Internationalität in Münster im Bereich der Jazzmusik sicherlich einzigartig, aber es steht nicht alleine. Es gibt auch vor Ort engagierte, international agierende und renommierte Jazzmusiker und -musikerinnen, kleine, aber feine Szenen an unterschiedlichen Orten, darunter „erfahrene“ Hasen wie auch spannende Newcomer.

Die Jubiläumsausgabe des Festivals (9. bis 11. Januar) ist Anlass für das ausrichtende Kulturamt, weitere Akzente zu setzen und dabei auch einen ergänzenden Fokus auf die lokalen Kompetenzen zu richten. Im Mittelpunkt steht dabei der international agierende Musiker und Wahlmünsteraner Jan Klare. Bekannt für seine Freude an experimentellem Spiel und experimentellen Arbeitsweisen ist er sowohl in der münsterschen Musikszene als auch im Ruhrgebiet zu Hause. Mit seiner im Ruhrgebiet beheimateten Band „The Dorf“ praktiziert er nach eigenen Angaben eine Arbeitsform der „selbst organisierten Schwarmintelligenz“, bei der die etwa 20 Bandmitglieder wie auf einem Markplatz zusammenkommen, sich verabschieden, kleine Gruppen bilden, sich immer wieder neu und anders organisieren.

In der von ihm kuratierten Veranstaltungsreihe „Stadt trifft Dorf“ bringt Klare Splittergruppen von „The Dorf“ in Kontakt mit seinen „Hot Spots“ der münsterschen Jazzszenerie. Im wöchentlichen Turnus (14. Januar, 21. Januar, 28. Januar, 4. Februar) wird die Stadthausgalerie zum Austragungsort interregionaler Jazz-Abende sehr unterschiedlicher Art und Besetzung. Welche Jazzmusik sich vor Ort in Münster und im Ruhrgebiet entwickelt, ob sich geografische Bezüge bemerkbar machen, welche der mit Münster gebrauchten Assoziationen und Zuschreibungen wie „Metropole“, „Provinz“, „Großstadt“ oder „Insel“ abgerufen werden, sind – auch augenzwinkernd – die Leitfragen der Veranstaltungsserie. Im großen Finale wird in jedem Fall das kraftvolle „Dorf“(-Kollektiv) die Stadt(hausgalerie) dominieren!

Mit der Ausstellung „Klangbilder – Visuelle Spielarten des Jazz“ (7. Januar bis 8. Februar) holt der Fotograf Ansgar Bolle die besondere Atmosphäre des Jazzfestivals in die Stadthausgalerie und geht der Frage nach, ob Fotografien bereits verklungene Musik wieder erlebbar machen können. Sein Anliegen ist es, Jazz abzubilden, ohne die gängigen Motiv-Klischees zu bedienen. Ausgewählte Hörproben aus den Programmen vergangener Festivals laden zudem dazu ein, nicht nur visuell in die Spielarten des Jazz einzutauchen.

Infos:
STADT trifft DORF –
Vier interregionale Jazz-Abende in der Stadthausgalerie:
14. Januar 2015: ROSE HIP trifft FRITSCHE/NEBEL/CAMATTA
21. Januar 2015: “HEULENDE Kurve” trifft JAN KLARE
28. Januar 2015: MANFRED WEX QUARTETT trifft WELLNESS FEAT. MARIE DANIELS
4. Februar 2015: THE DORF trifft!
Einlass 19.30 Uhr, Beginn 20 Uhr, Karten an der Abendkasse (7€/5€ erm.)