Tagesarchive: 8. Januar 2015

Hip-Hop-Workshops der städtischen Drogenhilfe kommen an

Voll ist out: Eigener Rap zur Reflexion / Gefühle und Erfahrungen ausdrücken als Lernziel

Münster. (SMS) Die zwei Mädchen und sechs Jungen aus der 9b der Droste-Hauptschule Roxel sind eine ziemlich coole Truppe. Über Wochen texten und rappen sie, Alkoholprävention ist das Thema. Die Droste-Hauptschule ist eine von dreien in Münster, die im Rahmen der Kampagne “Voll ist out” in den Genuss eines Hip-Hop-Workshops gekommen sind. “Die Jugendlichen sind so motiviert, das macht Spaß”, sagt Brigitte Klute von der städtischen Drogenhilfe.

Mit dem beeindruckend dicken Mikro vor der Nase wird der eine oder die andere dann doch schüchtern. Trotzdem rappen sie tapfer ihre Zeilen, aus denen Workshop-Leiter Johannes Jötten im Paul-Gerhardt-Haus mit seinem mobilen Tonstudio den fertigen Rap zusammenschneidet. Wegen der Tonaufnahmen nicht in der Schule sein zu müssen, ist gut. Aber die selbst eingesungenen Verse zu hören, ist vor allem aufregend. Mit Sprache umgehen lernen, keine Beleidigungen rauschießen, sondern die eigenen Träume, Gefühle und Erfahrungen in Worten ausdrücken – darum geht es beim Rap wie auch in der Suchtprävention.

Die Klasse hat sich im Deutschunterricht vorher ausgiebig mit Rap beschäftigt. “Welche Reimformen gibt es? Da musste man schon mal verschüttetes Wissen wieder hervorkramen”, erzählt Schulsozialarbeiterin Deborah Sikora, die das Projekt in der Droste-Hauptschule betreut hat. Von zentraler Bedeutung ist dabei, dass die Mädchen und Jungen sich mit ihrer eigenen Haltung zum Thema Alkohol auseinandersetzen – dabei werden sie von der Drogenhilfe des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien unterstützt. Die Jugendlichen erzählen ihre eigenen Geschichten, sie lernen viel über einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol, und erfahren, wo sie sich im Problemfall Hilfe holen können.

Neben der Droste-Hauptschule konnten Schülerinnen und Schüler der Martin-Luther-King-Schule und der Paul-Gerhardt-Realschule ihren eigenen Rap gestalten. “Die Workshops können wir dank der Zusammenarbeit mit der Landeskampagne ‘Sucht hat immer eine Geschichte’ anbieten”, erläutert Brigitte Klute. Schulen, die sich ebenfalls für dieses Angebot interessieren, können sich bei ihr melden (Tel. 02 51/4 92 51 73, KluteB@stadt-muenster.de).

Stolz auf ihr Projekt sind die Jugendlichen jetzt schon. Worauf sie sich freuen? “Auf die CD, die ich bekomme”, sagt einer. Demnächst taucht der Rap bestimmt auch in den sozialen Netzwerken auf. Wer Kostproben vergangener Projekte anhören und sich über die Kampagne “Voll ist out” informieren möchte, kann im Internet nachsehen (www.vollistout.de und www.suchtgeschichte.nrw.de).

Foto:
Alkoholprävention einmal anders: Mit Hilfe eines erfahrenen Rappers hat die Klasse 9b der Droste-Hauptschule ihren eigenen Rap zum Thema Alkohol komponiert und eingesungen.