Tagesarchive: 30. Januar 2015

Der Fall Johanna – 15 Jahre, aus Coesfeld

johannaDer Fall der bislang verschwundenen 15-jährigen Johanna erhitzt auch weiterhin die Gemüter. Rund 250-Tausend Besucherinnen und Besucher haben unsere Suchmeldung nur allein über das soziale Netzwerk Facebook geteilt, dazu kamen aus anderen Netzwerken viele weitere Tausende. Auch andere Medien und natürlich die Polizei haben ebenfalls große Reichweiten bei der Suche erzielt. Aus diesem Grund war die Festsetzung der Beiden auch erfolgreich, denn viele Hinweise aus der Bevölkerung haben zum Ziel geführt.

Dafür bedankt sich unsere Redaktion in aller Form bei den unterstützenden Personen.

Da uns täglich viele Anfragen erreichen was denn nun mit dem Mädchen und ihrem Begleiter ist, stellen wir Ihnen nun die ersten Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft sowie der Polizei zur Verfügung.
Das Wichtigste zuerst: Der 46-jähriger Begleiter von Johanna sitzt in Haft 7 Johanna geht es gut und sie ist wieder bei ihrer Familie.

Nach der Festnahme eines 46- jährigen Mannes vorgestern Morgen in Gelsenkirchen, der ohne festen Wohnsitz ist, wurde ihm durch das Amtsgericht Coesfeld ein Sicherungshaftbefehl des Landgerichts Essen verkündet. Er war im Oktober 2014 u.a. wegen Eigentumsdelikten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren mit Strafaussetzung zur Bewährung verurteilt worden, mit deren Widerruf er jetzt zu rechnen hat. Der Mann ging anschließend direkt in Haft.

Bei der Festnahme in Gelsenkirchen war Johannas Begleiter zuvor mit seinem PKW, in dem er allein unterwegs war, auf einen Polizeibeamten in bürgerlicher Kleidung zugefahren, der zuvor deutliche Anhaltesignale gegeben hatte. Der Polizeibeamte konnte sich nur durch einen Sprung auf die Seite in Sicherheit bringen. Bei der anschließenden kurzen Flucht beging der 46-jährige zudem zahlreiche Verkehrsverstöße. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, welches derzeit beim Polizeipräsidium Gelsenkirchen bearbeitet wird.

Nach einer ersten Vernehmung macht der Mann keine weitere Aussage mehr, er lässt sich anwaltlich vertreten. Die Herkunft seines mitgeführten PKW ist weiterhin ungeklärt. Die am Fahrzeug angebrachten Kennzeichen sind hingegen im November 2014 in Dülmen entwendet worden. Bei der Festnahme auf einem Tankstellengelände befanden sich 2 Fahrräder im Auto, die nach jetzigem Ermittlungsstand offensichtlich auf dem Trödelmarkt in Gelsenkirchen verkauft werden sollten. Woher die Fahrräder stammen und wie in den vergangenen Wochen der Lebensunterhalt bestritten wurde, ist weiterhin ungeklärt, die Ermittlungen dauern an.

Ein Anfangsverdacht wegen des sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen hat sich nach der ersten Anhörung von Johanna nicht bestätigt.
Johanna befindet sich inzwischen wieder bei ihrer Familie. Es konnte festgestellt werden, dass der 46-jährige Mann mit Johanna über das Internet in einem Kontaktportal kommunizierte.

Hierzu gibt die Coesfelder Kriminalpolizei folgende Präventionshinweise:

Kinder müssen lernen, sicherheitsbewusst mit Chat-Angeboten umzugehen Eltern sollten gemeinsam mit Ihrem Kind geeignete Internetangebote aussuchen und erklären, dass nicht jeder Chat-Freund auch der ist, der er vorgibt zu sein Vereinbarung von Sicherheitsregeln wie:

Kinder sollten nicht in Chats für Erwachsene gehen

Ein guter Nicknamen verrät nichts persönliches

Keine persönlichen Informationen, nie Kontaktdaten wie den kompletten Namen, Wohnadresse, Schuladresse und Handynummer im Netz veröffentlichen.

Keine Fotos veröffentlichen, auf denen man gleich zu erkennen ist, kein Versand von freizügigen Fotos an Freunde

Kein Treffen mit Internetbekanntschaften, ohne vorher mit den Eltern zu reden

Kein Verbleib in Chatrooms, in denen über Dinge gesprochen wird, die einem seltsam vorkommen

Haben Sie ein offenes Ohr für Online-Probleme, denn problematische Inhalte können Kinder überfordern Erkundigen Sie sich nach den Freunden im Netz und zeigen Interesse Seien Sie Vorbild und helfen Ihren Kindern bei der Internetnutzung

Weitere Informationen zum Thema sind zu finden unter www.polizei-beratung.de , www.missbrauch-verhindern.de und www.klicksafe.de .


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