Bundesweit größte Anti-Pegida Demo in Münster (Bilderstrecke)

Die bundesweit größte und beeindruckendste Anti-Pegida Bewegung gab es gestern in Münster, aber erstmal der Reihe nach.

Alles fing erst am 20. Oktober 2014 in Dresden an. Unter dem Motto „Gewaltfrei & vereint gegen Glaubens- und Stellvertreterkriege auf deutschem Boden“, versammelten sich ca. 350 Teilnehmer(innen) zu einer ersten Demonstration. Angeführt wurde die Demo durch eine Bürgerinitiative, die sich emotional mit der eigenen Nation verbunden fühlt und sich „PEGIDA“ nennt. Die Initiative ist seit dem 19.12.2014 ein eingetragener Verein.

  • P          Patriotische
  • E         Europäer
  • G         gegen die
  • I          Islamisierung
  • D         des
  • A         Abendlandes

Ursächlich hatten sich einige Personen auf Facebook zusammengeschlossen, da sie nicht mit den Waffenlieferungen an eine kurdische Arbeiterpartei, die nach deutschem Recht verboten ist, einverstanden waren. Auch zwei Straßenschlachten in Hamburg und Celle am 8. Oktober 2014, zwischen Kurden und Salafisten, sowie eine ihrer Meinung nach total verfehlte Ausländerpolitik, zählen zu ihren Punkten.

Bei einer Kundgebung in Dresden trug Lutz Bachmann, Initiator und Hauptredner der Demonstrationen, acht Forderungen der PEGIDA – Anhänger vor.

  1. eine „Änderung der Zuwanderungspolitik“ nach dem Modell von Kanada, Australien, der Schweiz oder Südafrika.
  2. eine „konsequente Ausschöpfung und Durchsetzung der vorhandenen Gesetze zum Thema Zuwanderung und Abschiebung“
  3. „Null-Toleranz-Politik gegenüber radikalreligiösen Gruppierungen und sofortige Abschiebung der Mitglieder solcher“
  4. „Null-Toleranz-Politik gegenüber straffällig gewordenen Zuwanderern“
  5. „verstärkte Wiedereinreisekontrollen“
  6. „ein Ende des Personalabbaus bei der Polizei und eine Aufstockung der Mittel für diese, damit sie ihren Aufgaben gerecht werden kann“
  7. „Bewahrung und Schutz unserer Identität und unserer christlich-jüdischen Abendlandkultur“.
  8. „Es muss für uns wieder normal sein, öffentlich die Liebe zu seinem Vaterland zum Ausdruck zu bringen! Gegen Antipatriotismus!“

Lutz Bachmann betont, „PEGIDA sei nicht rechtsextrem, und verweist auf das Versammlungsgesetz, das jedem die Teilnahme erlaube“.

Da für viele Bürgerinnen und Bürger jedoch der Zusammenschluss der Gruppierung einen merkwürdigen und islamfeindlichen Beigeschmack hat, und die Veranstalter sich nicht von Hooligans und Neonazis abgrenzen, haben sich mittlerweile viele Gegendemonstationen gebildet.

Angela Merkel hatte in ihrer Neujahrsansprache vom 31. Dezember 2014 gesagt:

„Heute rufen manche montags wieder ‚Wir sind das Volk‘. Aber tatsächlich meinen Sie: Ihr gehört nicht dazu – wegen Eurer Hautfarbe oder Eurer Religion. Deshalb sage ich allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen!“ –

Damit hatte sie wohl den Zeitgeist der Anti-Pegida Bewegung getroffen. Das zeigte sich auch gestern in der Friedensstadt Münster. Es war bundesweit die größte Ansammlung von friedlich versammelten Menschen gegen die PEGIDA. Mit über 10.000 Teilnehmern setzte Münster ein deutlich sichtbares Zeichen in die Welt und zeigte Flagge für mehr Toleranz und Weltoffenheit.

Diese Versammlung hatte schon Seltenheitswert, der Prinzipalmarkt war so voll mit Pegida-Gegnern, dass beim Zug über den Drubbel in Richtung Überwasserkirche und von dort aus zum Dom, immer noch eine stattliche Menge vor dem Rathaus stand, als die ersten den Domplatz erreichten.

Weitere große Kundgebungen gab es unter anderem auch in Köln, Hamburg, Berlin und Stuttgart.
Aus diesem Anlass war an vielen öffentlichen Gebäuden im Bundesgebiet das Licht ausgeschaltet.

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Bilder:tl
Text   :adl