Agentur für Arbeit, Berufskolleg Ahlen und türkische Botschaft planen neue Angebote

Auch in Zeiten von Internet und Social Media: Bei der Wahl des Berufseinstiegs sind Mütter und Väter in der Regel immer noch besonders wichtige Ansprechpartner für Jugendliche. Das gilt auch für die vielen Schülerinnen und Schüler mit türkischen Wurzeln, die das Berufskolleg Ahlen besuchen. Ihre Eltern wollen die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, das Ahlener Berufskolleg und das türkische Generalkonsulat deshalb noch intensiver begleiten, beraten und informieren.
Auf Initiative der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster trafen sich Fatih Ayan, Attaché des türkischen Generalkonsulats, Ronald Fernkorn, Leiter des Schulamts Warendorf, Bernd Schäper, Schulleiter des Berufskollegs Ahlen (Europaschule), und Simone Düsterhus, Teamleiterin der Berufsberatung der Arbeitsagentur und weitere Vertreter aus Berufskolleg und Arbeitsagentur. „Für manche Eltern mit türkischen Wurzeln erscheinen die vielfältigen Möglichkeiten, die das deutsche Bildungssystem bietet, wie ein großes Labyrinth“, berichtet Ayan. „Tendenziell raten sie daher ihren Kindern zum weiterführenden Schulbesuch oder zum Studium“, so seine Erfahrung. Dass es darüber hinaus noch viele interessante berufliche Wege gibt, welche Zugangsvoraussetzungen gelten und welche Perspektiven sie bieten, sei oft nicht bekannt. Eine Einschätzung, die auch Simone Düsterhus, Teamleiterin der Berufsagentur Ahlen-Münster teilt. „Dabei ist es sehr wichtig, dass die Eltern gut informiert sind und ihre Kinder unterstützen können, denn nur dann können Jugendliche gemeinsam mit ihren Eltern eine tragfähige Entscheidung für die berufliche Zukunft treffen“, betont sie.
Während die Schülerinnen und Schüler das Angebot der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, die regelmäßig Sprechzeiten in der Schule anbietet, rege annehmen, sei es aber nicht immer einfach, türkische Eltern zu erreichen, stellt Bernd Schäper, Schulleiter des Berufskollegs Ahlen fest. „Die Sprache spielt hier sicher eine große Rolle“, so Fatih Ayan. Aber auch kulturelle Unterschiede seien zu bedenken. Hülya Özmen, Lehrerin und Integrationsbeauftragte der Schule, hat selbst türkische Wurzeln und versucht vielfältige Brücken zu bauen. „Jugendliche mit türkischer Abstammung bringen viele Kenntnisse und Fähigkeiten mit. Sie sind beispielsweise mehrsprachig aufgewachsen und haben interkulturelle Kompetenzen“, unterstreicht Hülya Özmen. Aspekte, die Betriebe, die auf der Suche nach Auszubildenden sind, durchaus schätzen. „Deshalb kann eine betriebliche Ausbildung ein guter Schritt zu einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn mit vielen Aufstiegsmöglichkeiten sein“, macht Simone Düsterhus deutlich und wünscht sich, dass auch türkische Eltern nicht nur ein Hochschulstudium, sondern auch die duale Ausbildung in den Blick nehmen. Damit das gelingt, seien neue Wege nötig, ist sich Ronald Fernkorn, Leiter des Schulamts Warendorf, sicher. Die Gesprächspartner vereinbarten deshalb, sich zukünftig noch stärker zu vernetzen und neue Aktivitäten zu planen, um die berufliche Integration türkischer Jugendlicher zu begleiten und unterstützen. „Unser Dialog dazu war ein sehr guter Auftakt dazu“, freut sich Schulleiter Bernd Schäper.