Der Diözesancaritasverband Münster braucht einen neuen Vorsitzenden

Nun ist es soweit. Der Diözesancaritasverband Münster sucht einen neuen Vorsitzenden. Auf einer außerordentlichen Generalversammlung in Münster trat Domkapitular Dr. Klaus Winterkamp offiziell zurück, um sich ab dem 01.04.2015 als Diözesanbeauftragter uneingeschränkt der Vorbereitung des Katholikentags 2018 in Münster widmen zu können. Verbunden mit dem Abschied war die Wahl einer Findungskommission für den Nachfolger. Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann hoffte, dass dessen Wahl schon auf der nächsten Delegiertenversammlung am 28.08.2015 möglich sein werde. Der Diözesancaritasverband Münster berät und vertritt rund 2.600 katholische soziale Dienste und Einrichtungen im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums Münster, in denen rund 55.000 hauptamtliche und 30.000 ehrenamtliche Mitarbeitende tätig sind.
Trotz einer im Vergleich zu seinen Vorgängern kurzen Amtszeit von vier Jahren habe Winterkamp “im Verband prägende Entwicklungen” angestoßen, bescheinigte Kessmann seinem Vorstandskollegen. Im Feld des Strategischen Ziels “Christliches Profil” habe er viele neue Angebote entwickelt. Immer wieder habe er deutlich werden lassen, “dass caritatives Handeln mit christlichem Profil nur dann glaubwürdig ist, wenn es auch institutionelle Konsequenzen hat”, so Kessmann.
Ein Schwerpunkt seiner Arbeit sei das Thema “Caritas und Pastoral” vor dem Hintergrund der Gemeindefusionen gewesen. Die Erfahrungen als Pfarrer nutzend sei es ihm gelungen, dieses Verhältnis deutlich zu verbessern. Folge sei unter anderem die Ausweitung der Gemeindecaritas auf alle Ortsverbände gewesen, die Haupt- und Ehrenamt verknüpfe.
Auf Bundesebene habe Winterkamp zunächst als Mitglied und seit 2013 als Vorsitzender der Profilkomission des Deutschen Caritasverbandes die künftige Entwicklung der Caritas in Deutschland befördert. Ein Schwerpunkt sei dabei die Forderung von Papst Franziskus einer “armen Kirche für die Armen” gewesen, erklärte Kessmann. Das bedeute nicht, dass sich die Caritas von allen Gütern und Ressourcen trennen müsse, aber es werde “sehr wohl darum gehen, wie wir die Erträge dieser Ressouren verwenden.”
Akzente hat Winterkamp im Arbeitsfeld Pflege gesetzt. Nicht zuletzt seinem Motto “Einfach mal machen” sei es zu verdanken, dass die Caritas in der Diözese Münster Vorreiter bei der Entwicklung eines neuen Systems zur Messung der Ergebnisqualität in der Pflege und aktuell in der Reduzierung des Aufwands für die Pflegedokumentation sei. Die Erfahrungen aus dem Projekt “EQMS – Ergebnisqualität” seien mittlerweile in das Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz eingeflossen und hätten gute Chancen, die ungeliebten Pflegenoten abzulösen.