Der LVM soll nun das Osmogelände am Stadthafen bebauen

Der Entwurf stammt von den Architekten Manfred Bukowski und Frank Lecke aus Münster.

Der Entwurf stammt von den Architekten Manfred Bukowski und Frank Lecke aus Münster.

Einen lebendigen, attraktiven und zukunftsfähigen Baustein für das Stadthafenareal schaffen – mit diesem Ziel haben Stadt und Stadtwerke Münster 2014 einen Investorenwettbewerb gestartet, um das Osmogelände direkt am Nordufer des Hafens zu bebauen. Insgesamt 14 Investoren haben sich für die 10.500 m² große Fläche beworben, mit einstimmigem Votum hat die Jury nun den Gewinner des Wettbewerbs ermittelt.

Vorgesehen sind zwischen Kaimauer und Hafenweg vorwiegend Büro- und Dienstleistungsflächen sowie eine untergeordnete Wohnnutzung. „Das städtebauliche und architektonische Konzept, das die LVM vorgelegt hat, vermittelt ein robustes und klar strukturiertes Bild. Auch die Betrachtung der Freiflächen über die Grenzen des Wettbewerbsgebietes hinaus hat die Jury positiv gewertet“, so Stadtdirektor Hartwig Schultheiß.

Tragfähiges Gesamtkonzept

„Wir haben uns zunächst mit der Frage beschäftigt, wie und unter welchen Bedingungen am Stadthafen Urbanität und städtisches Leben entstehen können“, erklärt Jochen Herwig, Vorstandsvorsitzender der LVM, die Herangehensweise an die Bewerbung. „Zudem war für uns die Frage essentiell, wie sich die gewünschten attraktiven und marktfähigen Nutzungsangebote innerhalb eines wirtschaftlich tragfähigen Gesamtkonzepts in einem schwierigen Marktumfeld langfristig und effizient im Sinne unserer Kunden umsetzen lassen.“ Der Entwurf stammt von den Architekten Manfred Bukowski und Frank Lecke.

Als Ergebnis sieht der Entwurf der LVM drei Gebäudekomplexe mit einer Nutzfläche von 22.400 m² vor. Das städtebauliche Leitbild ist ein urbanes Ensemble aus Stadtbausteinen. Offene Blockstrukturen mit einer höhengestaffelten Baukörperdisposition erlauben Durchwegungen über Gassen und Höfe, die sich über platzartige Aufweitungen zum Hafenweg und zur Hafenpromenade hin orientieren. „Mit dem Erhalt der überkragenden Osmohalle kommen wir zudem einem häufig geäußerten Wunsch aus der Bürgerschaft nach. Das Nutzungskonzept steht noch nicht fest und soll den Bedürfnissen des Standorts angepasst werden. Denkbar sind Ausstellungsflächen, ein Markthallenkonzept oder ähnliches“, so Jochen Herwig.

„Wir freuen uns, dass mit der LVM ein lokaler Investor zum Zuge kommen wird. Der Entwurf ist von hoher Qualität und steht für eine nachhaltige Entwicklung des Hafenbereichs“, sagt Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster. „Als bisheriger Grundstückseigentümer haben wir den Investorenwettbewerb zusammen mit dem Stadtplanungsamt auf den Weg gebracht. Das gute Ergebnis resultiert auch aus der engen Zusammenarbeit zwischen der Stadt Münster, der Politik, den beteiligten Architekten und den Stadtwerken.“

Investition in den Standort Münster

„Für uns ist diese Immobilie auch eine Kapitalanlage und ein Bekenntnis

Dr. Henning Müller-Tengelmann, Hartwig Schultheiß, und Jochen Herwig (v. l.) stellten den Entwurf der neuen Bebauung vor.

Dr. Henning Müller-Tengelmann, Hartwig Schultheiß, und Jochen Herwig (v. l.) stellten den Entwurf der neuen Bebauung vor.

zum Standort Münster, der seit fast 120 Jahren die Heimat der LVM-Versicherungen ist. Wir rechnen für das gesamte Projekt bei einer hochwertigen Ausstattung mit einer Investitionssumme von über 60 Millionen Euro. In einer anderen Stadt hätte sich die LVM-Versicherung an einem Wettbewerb dieser Art nicht beteiligt“, so Jochen Herwig. Nach der baurechtlichen Planung kann voraussichtlich im Jahr 2017 mit dem Bau begonnen werden, die Fertigstellung ist für das Jahr 2020 vorgesehen.

Der Entwurf nimmt hinsichtlich der Lagen und der Baubreiten die Strukturen des auf der gegenüberliegenden Seite des Hafenweges geplanten Wohnquartiers „Neuhafen“ auf und steht so auch für eine einheitliche Entwicklung des gesamten ehemaligen Osmo-Areals.

Hintergrund

Besetzung der Jury (in alphabetischer Reihenfolge)

· Roland Bondzio, Architekt

· Thomas Fastermann, stellvertretender Vorsitzendes des Ausschusses für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen

· Peter Fischer-Baumeister, Bezirksbürgermeister Stadtbezirk Münster-Mitte

· Prof. Gerd Jäger, Architekt

· Gerhard Joksch, Vorsitzender Aufsichtsrat Stadtwerke Münster

· Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer Stadtwerke Münster

· Christian Schowe, Leiter Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung

· Hartwig Schultheiß, Stadtdirektor