Die zweite Klatsche für die katholische Kirche – ein Kommentar

Vor nicht allzu langer Zeit machte das Bistum Münster eine Studie zur Zufriedenheit der Gläubigen im Bistum. In dieser Studie wurde sie von den Gläubigen abgemahnt, denn die Gläubigen waren nicht sehr zufrieden mit ihrer Kirche.
Jetzt der zweite Schlag. Bei der letzten Ratssitzung hat der Rat beschlossen, dass die Stadt den Katholikentag nicht mit einer Barzahlung in Höhe von über einer Million Euro unterstützt.
Das saß. Was jetzt kommt ist das typische Gejaule jener, die es nicht wahrhaben wollen, dass der münsteraner Rat nein sagen kann. Dieses steigerte sich dann in die Drohung, dass der Katholikentag jetzt vielleicht nicht mehr in Münster stattfindet. Ja verdammt noch einmal, soll er doch dann in einer anderen Stadt stattfinden. Auch wenn in Münster die Mehrheit der Bürger der katholischen Kirche angehören, heißt dieses nicht, dass sie Hosianna jubelnd gleich alles unterstützen, was von der Kirche gefordert wird.
Was im Rat passiert ist, war ein demokratischer Akt, der einem demokratischen Staat sehr gut zu Gesicht steht. Das müssen die Kirche und ihre Anhänger, die jetzt mit flammender Feder das Wort für den Katholikentag erheben, einfach hinnehmen.
Des Weiteren sollten jene Wortführer bedenken, die Religion ist in Deutschland klar und eindeutig privater Natur. Der Staat mischt sich nicht ein. Er muss alle Religionsgemeinschaften gleich behandeln. Nehmen wir den Fall, der Rat hätte zugestimmt. Was wäre, wenn die evangelische Kirche eine ähnliche Veranstaltung hier in Münster durchführen will und z. B. um einen Zuschuss in Höhe von 400.000 Euro gebeten hätte. Diesen Zuschuss hätte die Stadt auch gewähren müssen. Da fällt einem gleich das Stichwort Gleichheitsgebot Art. 3 GG ein.
Oder noch schlimmer, wenn Muslime “Korantage” in Münster abhalten wollen. Würde man sich dann auch so sehr für einen Barzuschuss einsetzen?
Das Nein zum Barzuschuss steht auf breiter politischer Basis. Nicht nur die Linksparteien, von den Linken bis zu den Grünen, waren gegen diesen Zuschuss, sondern auch die Mitte wie z. B. die FDP war dagegen. Es stellt sich eigentlich die Frage, wer ist dafür. Diese Truppe ist schneller aufgezählt. Man könnte natürlich die Bürger von Münster fragen, ob sie den Barzuschuss geben möchte. Aber Achtung, wenn die auch nein sagen, dann wird’s peinlich.
Aber das ist meine persönliche Meinung.