Informationen zur Sonnenfinsternis am Freitag

total-solar-eclipse-95547_640In zwei Tagen, am 20. März, findet eine totale Sonnenfinsternis über dem Nordwesten und dem äußersten Norden Europas statt. In Mitteleuropa wird die Sonnenscheibe vom Neumond nicht vollständig bedeckt.

In Münster werden ca. 78% der Sonnenscheibe vom Mond bedeckt zu sehen sein, das Maximum ist dann um 10:40 Uhr. Die Sonnenfinsternis beginnt um zirka 9:30 Uhr. Das Maximum wird gegen 10:40 Uhr erreicht. Das Ende ist etwa um 11:50 Uhr, abhängig vom geographischen Standort einige Minuten früher oder später.

Der aktuelle Stand der Wettervorhersage deutet für Freitag eine schwächelnde Hochdruckbrücke zwischen dem Atlantik und Kasachstan an. Schwerpunkt ist ein Hoch westlich von Irland. An seiner östlichen Flanke sickert dabei Feuchtigkeit von der Nordsee in den Westen Deutschlands. Tiefausläufer eines vom Nordmeer nach Skandinavien ziehenden Tiefs erreichen Deutschland voraussichtlich erst zum Abend hin, könnten sich aber am Vormittag bereits mit ersten Wolkenfeldern an den Küsten ankündigen.

20150318_PB_Sonnenfinsternis_D_printMittelgute Aussichten im Münsterland
Die Wahrscheinlichkeit, zumindest zeitweise einen Blick auf die Sonnenfinsternis erhaschen zu können, liegt im Münsterland sowie dem restlichen Norddeutschen Tiefland bei 30 bis 50 Prozent und steigt nach Südosten bis auf 90 Prozent.

Wer den Blick zum Himmel richten möchte, sollte dabei unbedingt eine Spezialbrille mit geeigneter Filtereigenschaft tragen, um eine Beschädigung der Netzhaut zu verhindern. Eine Sonnenbrille reicht zum Schutz nicht aus.

Mehr Informationen unter www.meteogroup.com

Auch die Netzbetreiber haben sich gut vorbereitet
Münster ist mit eigenem Kraftwerk für mögliche Stromausfälle gewappnet

Wenn am Freitag, 20. März der Mond die Sonne über Mitteleuropa energy-491709_640abschattet, richten nicht nur Astronomen den Blick gen Himmel, auch die Stromnetzbetreiber bereiten sich speziell auf das seltene Ereignis vor. Der Grund: Am Tag der Sonnenfinsternis kann die Einspeisung von Solarstrom bei gutem Wetter stark schwanken und damit die Netze belasten. Im schlechtesten Fall können die Schwankungen zu Stromausfällen führen und dazu, dass einzelne Photovoltaikanlagen abgeschaltet werden müssen. Auch die Abschaltung von Stromkunden ist möglich, falls münsterNETZ von den vorgelagerten Netzbetreibern dazu angewiesen wird.

solar-cells-491701_640Notfalls Leistung von Photovoltaikanlagen vor Ort drosseln oder abschalten
Sollte es zu einem ungewöhnlichen Ungleichgewicht zwischen Stromverbrauch und Stromeinspeisung im vorgelagerten Netz kommen, können sich diese auch auf Münster auswirken. Als lokaler Verteilnetzbetreiber hat das Stadtwerke-Tochterunternehmen münsterNETZ selbst nur geringen Einfluss auf den Ablauf. Wichtig ist, dass die Übertragungsnetzbetreiber für Stabilität sorgen. Sie haben die Aufgabe, sicherzustellen, dass Balance herrscht zwischen in das Netz eingespeister und entnommener Energie. Darauf haben sie sich intensiv vorbereitet.

„Eingreifen können wir vor allem bei den Photovoltaikanlagen, die in unser Netz in Münster einspeisen. Das sind inzwischen 2.200 Anlagen mit einer Leistung von 40 Megawatt (MW)“, erklärt Andreas Wunderer, Geschäftsführer von münsterNETZ. „Etwa die Hälfte davon können wir aus unserem Leitstand herunterregeln, also die Leistung drosseln oder die Anlagen ganz abschalten, wenn das nötig werden sollte.“

Eine genaue Prognose, wie sich die Sonnenfinsternis auf die Netze auswirkt, ist jedoch nur begrenzt möglich. Das hängt nicht zuletzt auch vom Wetter ab. Sollte es am Freitag über Deutschland bewölkt sein, ist das Ausregeln der Stromnetze einfacher.

GuD-Kraftwerk kann hochgefahren werden
Das Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk (GuD) der Stadtwerke Münster kann dabei helfen, die Stromversorgung in Münster sicherzustellen. Sollte es trotz der Vorbereitungen der Übertragungsnetzbetreiber zu einem Ungleichgewicht im vorgelagerten Netz kommen, ist es denkbar, dass münsterNETZ im Laufe der Sonnenfinsternis von den vorgelagerten Netzbetreibern angewiesen wird, den Strombezug aus deren Netzen zu reduzieren. Innerhalb bestimmter Leistungsgrenzen kann das GuD-Kraftwerk dann einspringen und mehr Strom für Münster produzieren. Das ist jedoch nur in einem bestimmten Rahmen möglich. Wird dieser überschritten, kann es auch in Münster während und nach der Sonnenfinsternis zu Stromausfällen kommen.

Gut vorbereitet
münsterNETZ ist gut auf die Sonnenfinsternis vorbereitet. Die Mitarbeiter stehen in Kontakt mit dem vorgelagerten Netzbetreiber. Am Tag der Sonnenfinsternis wird die Netzleitstelle außerdem mit mehr Personal besetzt und Instandhaltungsmaßnahmen im münsterschen Netz auf ein Minimum reduziert.