Kompromiss zur Unterbringung von Asylbewerbern gescheitert

Greven/Reckenfeld

In der letzten Woche sah es noch so aus, als könne es einen gelungenen Kompromiss zur Unterbringung von Asylbewerbern in Reckenfeld geben. Dies hat sich nun zerschlagen.
Zum Hintergrund:
Aufgrund der zu erwartenden hohen Zuweisungszahlen im Bereich der Asylbewerber beschloss der Rat im Dezember mit großer Mehrheit, dass das Hauptschulgebäude in Reckenfeld für die Unterbringung von 70 Asylbewerbern hergerichtet werden soll. Ende Januar wandten sich zwei private Investoren an den Bürgermeister und boten an, die erforderlichen Kapazitäten für bis zu 70 Asylbewerberinnen und –bewerber an verschiedenen anderen Standorten in Reckenfeld zu schaffen und an die Stadt zu vermieten. Zu diesem Zeitpunkt waren die Vorbereitungen für die Entwicklung des ehemaligen Hauptschulstandortes schon weit gediehen und der Zeitdruck immens. Dennoch wurde das Angebot durch die Verwaltung sorgfältig geprüft. Zweifel der Verwaltung an der Umsetzbarkeit ihres Vorschlages konnte die Investorengruppe jedoch nicht ausräumen. Insbesondere konnte sie nicht überzeugend darlegen, wie es ihr gelingen sollte, den erforderlichen Umbau der zum Teil noch bewohnten Gebäude bis Mai oder Juni dieses Jahres zu gewährleisten.

In der vergangenen Woche tagten der Sozialausschuss und der Haupt-/ Finanz- und Wirtschaftsausschuss der Stadt Greven gemeinsam zu diesem Thema. In einer Sitzungsunterbrechung zogen sich der Verwaltungsvorstand und die Vertreter des Investorengruppe, Jürgen Otto und Ludger Mussenbrock, zu einem Gespräch zurück. Dabei wurde nochmals ein Kompromiss thematisiert, der bereits in einem ersten Gespräch seitens der Verwaltung eingebracht wurde. Dieser sieht vor, dass die Investoren 35 Plätze bereitstellen und die Stadt 35 Personen im Hauptschulgebäude unterbringt.

“Das wäre sowohl unter dem Aspekt der weiteren Entwicklung der Ortsmitte als auch wirtschaftlich interessant, da so keine Container aufgestellt werden müssten. Zudem hätte dies den Vorteil, dass nicht so viele Personen an einem Ort untergebracht würden”, erläutert der Erste Beigeordnete Wolfgang Beckermann die Vorzüge dieser Variante. In dem Gespräch und in der anschließend fortgeführten Sitzung signalisierten die Investoren, den Kompromiss eingehen zu wollen. Der Verwaltungsvorstand forderte eine verbindliche Zusage bis Mittwoch dieser Woche.
“Zu unserem Bedauern hat die Initiative der Herren Otto und Mussenbrock uns per Mail mitgeteilt, dass sie nach eingehender Beratung den vorgeschlagenen Kompromiss nicht mittragen werden”, teilten Bürgermeister Peter Vennemeyer und Wolfgang Beckermann mit. Eine Begründung liege der Stadtverwaltung nicht vor, solle aber in den nächsten Tagen folgen.

“Damit steht für uns fest, dass wir den Umbau der Hauptschule für die Unterbringung von 70 Personen gemäß dem Ratsbeschluss vom Dezember vorantreiben werden. Mit der Ablehnung des Kompromisses haben wir nun Planungssicherheit, und die Zeit drängt”, schildert Beate Tenhaken, Leiterin des Fachbereichs Soziales, Jugend, Bildung das weitere Vorgehen der Stadt. “Wir hätten uns sehr gewünscht, dass der vorgeschlagene Kompromiss mit Leben gefüllt worden wäre, denn die Vorteile lagen auf der Hand”, ergänzt der Bürgermeister.