Schüler entscheiden über 3.000 Euro

Ein Kicker für den Mittagstreff? Neue Ausrüstungen für die Sportmannschaften? Tolle Technik für die Theater-AG? Die Kinder und Jugendlichen des Schillergymnasiums können demnächst in Eigenregie entscheiden, wohin Finanzmittel an ihrer Schule fließen sollen.
Sieben weiterführende städtische Schulen hätten gerne das Modellprojekt “Schülerhaushalt” praktiziert. Das glückliche Los für das Schillergymnasium zog Hannelore Wiesenack-Hauß, Sprecherin des Beirates Bürgerhaushalt, aus der Trommel. 3.000 Euro stehen den Schülern jetzt zur Verfügung – für welchen Zweck, bestimmen sie basisdemokratisch selbst.
Dem Verfahren des Bürgerhaushaltes ähnlich, sammeln die Gymnasiasten Vorschläge, prüfen und kommentieren sie, sortieren aus und organisieren in Eigenregie die Mehrheiten für die Entscheidung. “Ein transparentes Mitbestimmungsmodell. Das Projekt gibt den Schülern eine zusätzliche Chance, Schulleben mitzugestalten. Beides sind Kernelemente des Bürgerhaushaltes, darum unterstützen wir den Schülerhaushalt gern”, sagt Hannelore Wiesenack-Hauß. Der Rat hatte im Dezember beschlossen, das Modellprojekt auch in Münster anzubieten. Die Idee stammt aus Brasilien, die Bertelsmann Stiftung brachte sie nach Deutschland.
Schul- und Finanzverwaltung der Stadt werden das Projekt begleiten und den Schülern als Ansprechpartnern zur Verfügung stehen. Wolfgang Wimmer, stellvertretender Leiter des Amtes für Schule und Weiterbildung: “Das Budgetrecht für alle Schüler ist praktizierte Demokratie im Schulalltag. Diskussionen und Abstimmungen über den Schülerhaushalt kommen demokratischen Prozessen schon ziemlich nah.”
Bis zu den Sommerferien haben die Schüler über die Verwendung der 3.000 Euro beraten. Danach entscheidet der Rat, ob das Mitbestimmungsmodell dauerhaft ausgeschrieben wird.