Weihbischof Geerlings: „Empörung, Anklage und Klage zulassen“

Summerwind 2010Weihbischof Dieter Geerlings ist am Dienstag und Mittwoch in Haltern am See gewesen, um trauernden Hinterbliebenen des Flugzeugabsturzes geistlichen Beistand anzubieten. „Es kann im ersten Moment keinen Trost geben“, stellte der örtlich zuständige Regionalbischof in einem Interview für das Kölner Domradio klar. Es gehe darum, auch die Frage nach Gott zu stellen und den Betroffenen zu zeigen: „In so einem Moment habe ich diese Fragen als Bischof genauso, wie ihr sie als Schüler habt.“
Er sei am Dienstag und Mittwoch nach Haltern gefahren, „um Anteil zu nehmen am Leid der Eltern und natürlich der Kolleginnen und Kollegen in der Schule.“ Noch am Dienstagabend habe er in der Sixtuskirche vor dem Halterner Wallfahrtskreuz Kerzen angezündet. Am Mittwoch habe er während der Gedenkfeier in der Schule auch ein Gebet gesprochen, das ihm am Vorabend auf dem Rückweg nach Münster in den Sinn gekommen sei.
In dem Interview kündigte Geerlings an, er werde auch mit betroffenen Eltern zu sprechen. „Es geht jetzt nicht darum, theologische Erklärungen abzugeben“, erklärte Weihbischof Geerlings, „manchmal kann man die Betroffenen einfach nur in die Arme nehmen und mit ihnen um die Opfer weinen.“ Man müsse die Empörung, Anklage und Klage zulassen und aufgreifen. Irgendwo und irgendwann werde es auch wieder einen Weg in die Normalität geben müssen, aber noch nicht im Moment.