Münsters Insel ist traditionelles Ziel

So wie in jedem Jahr zieht es viele Menschen zum 1. Mai in die Natur zum traditionellen Maigang. Traditionell bedeutet nicht, dass sich lediglich die Älteren auf den Weg machen. Auch Kids verlassen die geschlossenen Räume und folgen ihrer Tradition. Sie machen sich auf den Weg zu einer Veranstaltung, die gar keine Veranstaltung im klassischen Sinn ist. Ohne Einladung, ohne öffentliche Bekanntmachung starten einmal im Jahr einige Hundert Jugendliche Richtung Kanalinsel in Hiltrup um ihre eigene „Chill Out Party“ zu feiern.

Allerdings heißt chillen bei den jugendlichen Mai-Gängern häufig „Alkohol bis der Arzt kommt“. Da ist neben Aufklärung auch Schutz vor Alkoholmissbrauch gefragt, wie Großeinsätze von Ordnungsamt und Polizei gezeigt haben. Und weil der exzessive Genuss von hartem Alkohol sich in der Vergangenheit nicht auf Einzelfälle beschränkte, hat sich der Arbeitskreis Jugendschutzhilfe das Motto „Fürsorge und Kontrolle“  für den 1. Mai auf die Fahnen geschrieben. Der gemeinsame Arbeitskreis von Stadt, Polizei und Jugendschutz will über die Gefahren des Alkoholkonsums aufklären und vor allem vor Alkoholmissbrauch schützen; ein studentisches Team der Kampagne des Jugendamtes „Voll ist out“ will denn auch mit einem Bollerwagen voller Mineralwasser vor Ort sein.

Gemeinsam mit der Polizei wird das Ordnungsamt Kontrollstreifen gehen – auch schon weit vor der Kanalinsel. Auch die Wasserschutzpolizei und die Bundespolizei sind dabei. Wer als Jugendlicher mit Hochprozentigem angetroffen wird, dem werden die Flaschen abgenommen und sichergestellt. Schon geöffnete Flaschen werden ausgeschüttet. Außerdem werden die Personalien festgestellt und Alkoholtests durchgeführt. Eltern können die Flaschen bei der Einsatzleitung oder am nächsten Tag beim Ordnungsamt abholen.

Rettungsdienste, Polizei und Ordnungsamt arbeiten eng zusammen. Ihnen geht es um Prävention, denn immer jüngere Minderjährige trinken immer härteren Alkohol, was zunehmende Einsätze der Rettungsdienste nach sich zieht – und der Party gar nicht guttut. „Wir möchten, dass die Kids auch etwas vom 1. Mai und ihrer Party mitbekommen“, wünscht der Arbeitskreis Jugendschutzhilfe gerade den minderjährigen Ausflüglern.