Tagesarchive: 3. Mai 2015

Wege für Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen nutzbar machen

Rücksicht ist ganz besonders für viele Mitmenschen wichtig, denn wer 149098Pmit Rollator oder Rollstuhl unterwegs ist, hat besondere Ansprüche an den Ausbau seiner täglichen Wege. Fehlende Bordsteinabsenkungen oder zu schmale Gehwege sind Stichworte, die Betroffene zumeist nennen. Um an problematischen Stellen gezielt Abhilfe schaffen zu können, haben sich das Tiefbauamt der Stadt und das Institut für Geographie der Universität zusammen getan.

Studentinnen und Studenten sowie Dr. Julia Richter vom Institut für Geographie und Christel Vissing aus der Planungsabteilung des Tiefbauamtes haben ein Projekt zu so genannten Wegeketten von Senioren und Menschen mit Behinderungen ins Leben gerufen. „Wegeketten“ ergeben sich durch das Aneinanderfügen der täglichen kleinen Wege, wie etwa zum Einkauf oder zur Arbeit.

Die Studierenden hatten die Aufgabe, in 20 Seniorenheimen und Wohnheimen für Menschen mit Behinderungen Interviews mit Betroffenen zu führen. Sie sind dann mit den Befragten die Wege zu häufigen Zielen abgegangen und haben alle problematischen Stellen notiert. Schließlich wurden die Wege kartiert und in Hinblick auf die Qualität für die Nutzer bewertet.

Das Tiefbaumt nimmt jetzt diese 20 Wege nach und nach gemeinsam mit dem Stadtplanungsamt und dem Ordnungsamt ganz genau unter die Lupe: So fanden sich gleich beim ersten Ortstermin im Kreuzviertel mehrere Stellen, an denen Bordsteinabsenkungen fehlten. Die werden nun kurzfristig angelegt.

Auch die in der Befragung am häufigsten genannten Probleme zeigten sich in der Realität: Fahrzeuge waren so behindernd abgestellt, dass nicht nur die Bordsteinabsenkung zugeparkt war, sondern auch der Gehweg im Rollstuhl nicht mehr zu benutzen war. In solchen Fällen werden „Knöllchen“ verteilt. Ein Rollstuhlfahrer benötigt mindestens einen Meter Platz, um passieren zu können. Auch von Fahrrädern werden Gehwege häufig so zugestellt, dass eine Passage unmöglich wird. Die Stadtplaner machen sich auch darum auf die Suche nach weiteren Standorten für Fahrradständer.

„Gleichwohl bleiben Rücksichtnahme und Überlegung beim Abstellen von Fahrzeugen – egal ob mit zwei oder vier Rädern – die erste Wahl“, lautet der Tipp von Christel Vissing. „Alle Maßnahmen helfen übrigens auch auf den Wegen von Kinderwagen.“