Tagesarchive: 27. Juni 2015

Starke Themen in Sambia mit münsteraner Beteiligung

In regelmäßigen Abständen treffen sich Vertreter der katholischen Kirche auf internationaler Ebene. Wer glaubt hier geht es nur um ‚seichte‘ Themen, der irrt sich in diesem Punkt aber sehr. Gewalt gegen Frauen, Verheiratung von Kindern, Recht auf Gesundheit. Um solche Themen geht es bei der Internationalen Konferenz „Traditionelle Werte: Impulsgeber oder Hemmnis für die Menschenrechte?“, die vom 25.06. bis zum 27.07.2015 in Lusaka/Sambia stattfindet. Für die Deutsche Bischofskonferenz nimmt der münsteraner Weibischof Dr. Stefan Zekorn teil.

„Die Frage nach dem Verhältnis zwischen Menschenrechten und sogenannten traditionellen Werten spaltet die Weltgesellschaft“, erklärt Zekorn zum Hintergrund der Tagung, „westliche Staaten auf der einen und östliche oder südliche Länder auf der anderen Seite haben hier zum Teil sehr unterschiedliche Vorstellungen“.

Initiiert wurde die Konferenz von der ‚Deutschen Kommission Justitia et Pax‘ in Bonn in Kooperation mit dem ‚Jesuit Center for Theological Reflection‘ in Lusaka. Ziel ist es, Spannungen zwischen kulturelleren Überzeugungen und Menschenrechten näher zu diskutieren. Die Tagung bietet eine Plattform, Erfahrungen und Argumente unterschiedlicher Akteure auszutauschen, um zur Überwindung vermeintlicher oder reeller Gegensätze beizutragen, ohne mögliche Spannungen einfach zu harmonisieren.

Dazu kommen Vertreter der Kirche, der Vereinten Nationen, des Afrikanischen Menschenrechtsschutzsystems, der Regierungen Deutschlands und Sambias sowie der Zivilgesellschaft zusammen, unter anderen der Vizepräsident der Allafrikanischen Bischofskonferenz Erzbischof Gabriel Anokye von Kumasi/Ghana, der Erzbischof Buti Tlhagale von Johannesburg, der UN-Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfreiheit Prof. Dr. Heiner Bielefeldt aus Erlangen oder die Kommissarin Reine Alapini Gansou von der Afrikanischen Menschen- und Völkerrechtskommission aus Cotonou/Bénin.

Der Konferenz vorgelagert ist ein besonderes Kennenlernen, ein ‚Exposure-Programm‘, bei dem einige Teilnehmer, auch führende Mitarbeiter des Bundesentwicklungsministeriums und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in das Leben im ländlichen und urbanen Raum Sambias eintauchen, um konkret wahrzunehmen, wie traditionelle Kultur dort die Umsetzung von Menschenrechten hemmt oder fördert.

„Meine Hoffnung ist, dass die Konferenz einen Beitrag dazu leistet, das Verhältnis von Menschenrechten und traditionellen Werten tiefer zu klären“, erwartet Weihbischof Zekorn, „außerdem sollten in möglichst vielen der konkreten Fragen in die Praxis umsetzbare Konzepte beschrieben werden, damit die Menschen, die unter der Verletzung ihrer Menschenrechte leiden, eine bessere Zukunft haben.“

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