Bildungsmesse für Migranten trifft den Nerv

Das geschäftige Summen in der elften Etage des Stadthauses 2 151308Pschwillt immer wieder an. Vor den Ständen der Aussteller bei der ersten Bildungsmesse des Jobcenters Münster bilden sich große Menschentrauben. Zum ersten Mal richtete sich das Jobcenter mit seinem Angebot speziell an Münsteranerinnen und Münsteraner mit Migrationsvorgeschichte. Mit guter Resonanz: 400 kamen, überdurchschnittlich viele junge Menschen, reger Austausch, zufriedene Aussteller.

“Wir werben hier sehr für Bildung und Ausbildung”, unterstreicht Ralf Bierstedt, der Leiter des Jobcenters. “Wichtig ist uns, dass die Menschen nicht in ungelernten Jobs bleiben, sondern gut ausgebildet dauerhafte und sichere Anstellungen erlangen, damit sie nicht in der Krise als erste freigesetzt werden.” Dafür braucht es Sprachkenntnisse, Schul- und Berufsabschlüsse und praktische Kulturvermittlung.

Bunt gemischt ist die Schar der Besucherinnen und Besucher. Viele Syrer sind darunter, der starke Zuzug von Flüchtlingen nach Münster macht sich bemerkbar. Damit die Verständigung sicher klappt, hatte Jobcoach Beata Kanngießer als Mitorganisatorin gleich ihr privates Netzwerk mobilisiert. 20 Kulturhelferinnen und -helfer dolmetschten ehrenamtlich: russisch, aserbaidschanisch, persisch, spanisch, türkisch – einige gleich in mehreren Sprachen.

Im Erdgeschoss sind die Vorträge und Fragerunden zur Anerkennung ausländischer Zeugnisse und Abschlüsse so sehr gefragt, dass das Jobcenter zusätzliche Vortragszeiten anbietet. “Die Leute wollen arbeiten, und sie wollen sich vor allem gut integrieren”, weiß Jobcoach Agnieszka Dudek, ebenfalls Organisatorin der Bildungsmesse. “Die Jungen kommen mit dem Pass in der Hand und wollen wissen, was sie tun können und wie es nach dem Sprachkurs weitergeht.” Handwerk ist besonders attraktiv. Vor dem Stand des Handwerkskammer-Bildungszentrums ist streckenweise kein Durchkommen.

Ausstellerin Katrin Letunowski von der Werkstatt für Bildung und Kultur ist sehr zufrieden mit der Bildungsmesse: “Supergut besucht, schöne Atmosphäre, und alle sind sehr offen”, so ihr Fazit. Auch für die Anbieter gebe es gute Gelegenheiten, sich auszutauschen. Als sehr persönlich und kontaktfreudig empfindet auch Beate Krüger von der Diakonie die Stimmung. Sie hat bereits viele Folgetermine mit Interessenten vereinbart.