Flüchtlingen eine berufliche Aussicht bieten

Die Zahl der Menschen, die als Flüchtlinge nach Deutschland kommen, steigt stetig. So werden voraussichtlich dem Kreis Warendorf 2015 mehr als 1.000 Flüchtlinge zugewiesen werden. Mehr als 300 von ihnen werden erfahrungsgemäß ein dauerhaftes Bleiberecht und eine Arbeitserlaubnis in Deutschland erhalten. „Das stellt uns im Land und in der Kommune vor eine große Aufgabe, es bringt aber auch viele Chancen für den heimischen Arbeitsmarkt“, ist Thorsten Klute, Staatssekretär im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, sicher. Auf Einladung von Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, nahm er an einem Dialog zur beruflichen Integration von Flüchtlingen im Kreis Warendorf teil.
Auch zu Gast waren Torsten Withake, Geschäftsführer Arbeitslosenversicherung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen, Bernhard Daldrup, Bundestagsabgeordneter der SPD im Kreis Warendorf und die Landtagsabgeordnete der SPD, Annette Watermann-Krass. Eine gute Nachricht konnten Joachim Fahnemann, Thorsten Klute und Torsten Withake zu Beginn bekanntgeben: „Das Pilotprojekt „Early Intervention“, das die frühzeitige berufliche Integration von Flüchtlingen zum Ziel hat, wird auf den Kreis Warendorf ausgeweitet“. Das Projekt hat das Ziel Asylsuchende intensiv zu unterstützen, damit sie schnell eine Arbeit aufnehmen und sich in ihrer neuen Heimat integrieren können.
„Arbeit ist ein wesentlicher Baustein für eine erfolgreiche Integration“, betonte Klute. „Die Menschen, die häufig unter Lebensgefahr hierher kommen, möchten auf eigenen Beinen stehen und selbst für die eigene Familie sorgen. Sie sind gekommen, um sich ein neues Leben aufzubauen und möchten arbeiten“, so seine Erfahrung aus Begegnungen mit Asylsuchenden. „Diese Menschen zu unterstützen und ihnen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu geben, ist ein weiterer Baustein zur positiven Willkommenskultur im Kreis Warendorf“, hob Bernhard Daldrup hervor.
„Ein Großteil der Menschen, die hier Asyl suchen, bringen eine abgeschlossene Ausbildung oder sogar ein Studium mit“ berichtete Fahnemann. Häufig verfügten sie über Abschlüsse und Berufserfahrungen in Berufen, die in der Region besonders nachgefragt seien, beispielsweise in der Informatik, in medizinischen und pflegerischen Berufen oder als Ingenieure. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der bereits spürbaren Fachkräfteengpässe, ist es wichtig, sich intensiv darum zu kümmern, diese Qualifikationen zu nutzen“, folgerte Torsten Withake. Genau hier setze das Projekt „Early Intervention“ an. „Gemeinsam mit unseren Partnern im Kreis beginnen wir bereits während des laufenden Asylverfahrens mit der beruflichen Beratung und Orientierung der Flüchtlinge. Unsere Fachexperten kümmern sich um die Vermittlung von Sprachkursen, die Anerkennung von Zeugnissen und Abschlüssen und die Suche nach passenden Betrieben“, erklärt Fahnemann das Projekt. Der Erwerb der deutschen Sprache sei für die Integration dabei wesentlich, betonte Annette Watermann-Krass. Einig waren sich die SPD Politiker Daldrup und Watermann-Krass: „Wir brauchen Zuwanderung, um auch in Zukunft in der Region gut aufgestellt zu sein. Daher begrüßen und unterstützen wir ‚Early Intervention‘ ausdrücklich.“