Rote Zahlen zum ersten Mal nach langer Zeit des Aufschwungs

17. Juni 2015_Bilanzpressekon_Stdtwerke_317_20735Am Ende der Pressekonferenz zur Jahresbilanz der Stadtwerke Münster stand fest, das erste Mal seit langer Zeit hatten die Stadtwerke ein Minus zu verbuchen. Im Jahr 2014 machten die Stadtwerke insgesamt einen Verlust von etwa 3,1 Mio. Euro. Schuld daran seien laut dem kaufmännischen Geschäftsführer Dr. Henning Müller-Tengelmann der Hohe Verlust durch das Gemeinschaftskohlekraftwerk Hamm (Black Gekko) und die schwierigen energiepolitischen Rahmenbedingungen. Außerdem sorgte der milde Winter 2014 für Einbrüche beim Absatz von Erdgas und Fernwärme, was sich ebenfalls auf die Gesamtbilanz niederschlug.
Neben diesen negativen Aspekten haben die Stadtwerke für 2014 allerdings einige Erfolge zu verzeichnen. Der Stromabsatz der Stadtwerke stieg um 9 %, was nicht durch mehr Verbrauch der Bestandskunden hervorgerufen wurde, sondern durch Gewinnung von Neukunden im Münsterland herrührt. Die Stadtwerke haben in Münster im Bereich Strom einen Marktanteil von etwa 90 %.
Ein weiterer Erfolg im Jahr 2014 war die Entwicklung der Abonnements der Stadtwerke. So nutzten beispielsweise mehr Menschen die PlusCard oder das 90 Minuten Ticket im Busverkehr.
Auch im Bereich der Energie und der Nachhaltigkeit konnten die Stadtwerke 2014 mit dem Bau von drei Windkraftanlagen und dem Einsatz von Elektrobussen einen Schritt nach vorne machen. Außerdem soll der „Verschwendung“ Einhalt geboten werden. Durch einen Elektrodenkessel am Hafen soll „überschüssiger“ Strom in Wärme umgewandelt werden, so Dr. Dirk Wernicke.
Insgesamt handelte es sich also um ein durchaus positives Jahr für die Stadtwerke, was aber aufgrund von einmaligen Abschreibungen in einer negativen Bilanz endete. Auch der Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Joksch von den Grünen bestätigte: „Die Stadtwerke haben im vergangenen Jahr sehr gute Arbeit geleistet.“
Die Prognose für dieses Jahr wird wohl positiv ausfallen, da die Probleme des Kohlekraftwerkes und des geringen Erdgas- und Fernwärmeabsatzes dieses Jahr wahrscheinlich keinen Einfluss mehr auf die Bilanz haben werden. Ein erschwerender Faktor 2015 sei allerdings die Refinanzierung des Flughafens Münster Osnabrück, welche auch nächstes Jahr eine positive Jahresbilanz verhindern könne.

Text: Konstatin Altefrohne