Münster Mittendrin statt nur dabei – Resümee eines Stadtfestes

Zugegeben, unsere Redaktionsmitglieder waren anfänglich dem Stadtfest “Mittendrin”, sehr skeptisch gegenüber eingestellt. Von eingeschränktem Markt und Eintrittsgeldern für Konzerte war die Rede, außerdem von vielen Geldern, die von der Stadt einfach so verpulvert werden sollten. Münster war gespalten, 12.-Juli-2015_Stadtfest_2015_327_21070die einen waren mit dem Konzept ganz und gar nicht zufrieden, und die Anderen freuten sich nach Jahren der Stadtfest-Abstinenz mal wieder auf etwas Abwechslung im 12. Juli 2015_Stadtfest_2015_327_21063üblichen Veranstaltungsbrei, der immer gleich wirkenden Veranstaltungen.

Ein Stadtfest in der Haupturlaubszeit hat ja schon für die zu Hause gebliebenen einen gewissen Reiz und das Wetter könnte in dieser Jahreszeit auch ein Garant für ein unbeschwertes Fest sein, aber ob das reicht?

Sandskulpturen, Beachatmosphäre, Lebendfußballkicker, Parcours und und und. Auf diesem Stadtfest gab es wirklich für jeden Geschmack das passende Angebot.
Ein Vergleich mit den Stadtfesten der letzten zehn Jahre vor der Pause würde hinken, denn mit diesem Event wurde das Stadtfest Münster neu definiert.

Gute Start-Up Acts:

Bereits am Freitag startete das Stadtfest mit vielen gut gelaunten 10.-Juli-2015_Stadtfest_Lena_3_170Bürgern und etwas Freibier. Später brachten Lena, Wingenfelder (ex Fury in the Slaughterhous) und die Disco Boys auf den Domplatz rund 5000 Fans zusammen.

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Samstag – Das Stadtfest bewährt sich:

Der Samstag brachte dann eine Menge positiver Überraschungen für viele Skeptiker und am Ende waren eigentlich nur noch strahlende Gesichter im ganzen Stadtgebiet unterwegs.

Wochenmarkt:

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Der Markt war eines der großen Kritikpunkte im Vorfeld der Veranstaltung und es wurde in vielen Internetforen darüber diskutiert. Letztendlich waren etwa 70% der üblichen Marktbeschicker auf dem kleineren Gelände vertreten. Einige der Händler hatten schon im Vorfeld angekündigt nicht kommen zu wollen, da sie ihren gewohnten Standort nicht beziehen könnten oder weil sie am Stadtfestwochenende einfach mal Urlaub machen wollten. Insgesamt waren die anwesenden Händler durchaus zufrieden und hatten im Vergleich zu normalen Marktsamstagen gleiche Umsätze obwohl der Markt dem Betrachter leerer vorkam als üblich. Das lag vermutlich an einem großen Teil Marktbummler, die gerade selbst im Urlaub waren.

11. Juli 2015_Stadtfest_Bobby_Kimball_1_72Am Abend wurde der 11. Juli 2015_Kool_&_the_Gang_1_108Domplatz mit über 9000 Eventhungrigen zur musikalischen Hochburg der Stadt. Angekündigt hatten sich Samstag: Dean Collins, Bobby Kimball und Kool and The Gang, die nach Ihrem Auftritt noch in einem Club inmitten der Stadt für Stimmung sorgten. 11.-Juli-2015_Kool__the_Gang_1_3

Sonntag:

Der Sonntag brachte mit dem Nieselregen und vielen Besuchern aus dem Umland noch 11. Juli 2015_Stadtfest_Dean_Collins_2_111mal einen chilligen Tag zum ausklingen. Rund 1500 Fans sammelten sich auf dem Domplatz um dem Konzert von Johannes Oerding zu lauschen. Vorher gab es noch das Finale von „Voice of Münsterland”.

Die Ordnungs- und Rettungsdienste waren von diesem Stadtfest überrascht, denn mehr Einsätze als an einem ganz normalen Wochenende waren nicht zu verzeichnen.

Sicherlich wurde dieses Stadtfest in weiten Teilen unseres Landes mit Argusaugen beobachtet, denn die Finanzierung eines so hochqualitativen Festes ist schon ein künstlerischer Akt, der oft viel Glück braucht. Einen Teil der Innenstadt abzutrennen um dort ein Premium Show Programm unter perfekt ausgearbeiteten Sicherheitsregeln anzubieten, war zumindest in Münster neu. Ausverkauft war keiner der drei Tage, aber sehr gut gefüllt und zufriedenstellend für die Ausrichtergemeinschaft, sowie der Stadt Münster als Veranstalterin dieses finanziellen Geniestreiches. Angelockte Touristen und Einheimische brachten an diesen drei Tagen auch wieder viel Geld durch steuerliche Abgaben in das Stadtsäckle.

Unmut durch Leeze:

Etwas Unmut gab es an einigen Zuwegen des Domplatzes durch das liebste bicycles-267742_640Kind der Münsteraner, der Leeze. Die Ordnungskräfte hatten im Rahmen des ausgefeilten Sicherheitskonzeptes für Veranstaltungen dieser Größe das Mitnehmen von Fahrrädern zum Domplatz untersagt. Das schmeckte einigen ganz und gar nicht, machte aber Sinn.

Es ist kaum vorstellbar, was bei Massen von wild geparkten Rädern für ein Chaos entstanden wäre und dann hätte die kleinste Panik für zahllose Verletzte gesorgt, oder sogar schlimmeres, und wer wäre dann Schuld gewesen? Natürlich die Ordnungsbehörde, die so etwas zugelassen hätte.

Leider gab es immer wieder auch uneinsichtige Mitbürger(innen), die ihr Fahrrad mitten durch die Menschenmassen des Prinzipalmarkts oder anderen überfüllten Orten durchschieben oder gar fahren mussten.

DSC04694Um beim Prinzipalmarkt zu bleiben, sollte auf jeden Fall die abendliche Ton- und Lichtinstallation erwähnt werden, die am Freitag- und Samstagabend mit passend abgestimmter Musik binnen weniger Augenblicke eine magisch – pulsierend anmutige Stimmung auf die feiernden Massen übertrug. DSC04678Und das inmitten des historischen Friedensortes, mit einem erlesenen Hauch verwöhnender Gastronomie.

DSC04633Auf insgesamt sechs Bühnen DSC04650gab es ein tolles Programm mit erstklassigem Unterhaltungspotenzial und über einhundert Acts, dazu gesellten sich 10 Unterhaltungsinseln mit tollen Familienprogrammen.

Fazit:
Münster hat ein neues, funktionierendes und erstklassiges Stadtfest 12. Juli 2015_Stadtfest_2015_327_21072erhalten welches an einigen Ecken und Kanten noch einen Feinschliff benötigt. Wie zum Beispiel ungeschickt ausgerichtete Plätze für Rollstuhlfahrer(innen). Daraus machten allerdings die Veranstalter auch keinen Hehl, den ein Konzept dieser Größe braucht etwas Zeit und Liebe um so viele unterschiedliche Wünsche, Bedürfnisse und Gegebenheiten zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu verschmelzen. Nüchtern betrachtet ist dieser Kunstgriff beim ersten Mal bereits fast vollständig gelungen und nun machen sich die Verantwortlichen daran, die noch nicht zufriedenstellenden Punkte für das nächste Stadtfest zu verbessern.

Der Dank für die gelungene Veranstaltung geht in erster Linie an das Organisationsteam und die vielen hundert Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten, Polizei, Ordnungsamt und dem privaten Sicherheitsdienst, der in den letzten Jahren in Münster und Umgebung viele Großveranstaltungen sicherte, sowie der Stadt Münster, die diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat.

Dank an eine ehrliche „Finderin“

Und ein ganz besonderer Dank geht von unserem Redakteur an eine ehrliche weibliche Person inmitten des Domplatztrubels beim Konzert von Kool and The Gang. Während der Fotoaufnahmen gab unser Redakteur eine Umhängetasche mit Blitzgerät, Handy und anderen Dingen an “seine” im Publikum stehende “Kollegin”. Irrtum, denn seine vermeintliche Kollegin war es nicht, die seine Tasche entgegen nahm, sondern vielmehr eine wildfremde Person, die offenbar die gleiche Kleidung trug wie die vermutete Kollegin.

Als er später den Verlust der Ausrüstung bemerkte, war das Konzert zu Ende und in dem Gewühl der Menschenmassen blieb eine sofort eingeleitete Suche leider ohne Erfolg Am Sonntag wurde unser Redakteur vom Chef der Sicherheitsfirma angerufen, da die ehrliche „Finderin“ die Tasche nicht behalten wollte und so hatte dann alles doch ein gutes Ende.

Solche Sachen passieren einfach immer wieder in Münster, weil es hier so tolle Menschen gibt. – DANKE !

Bilderstrecke:

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Bilder: Leckebusch / Auf der Landwehr