6000 Historische Fotos für das Pferdemuseum

Das Westfälische Pferdemuseum verfügt über einen riesigenThorsten-Köhler-und-Sybill-Ebers-mit-Fundstücken-(2) Fundus an historischen Bilddokumenten. Durch Schenkungen, der Übergabe von Nachlässen und vor allem durch das Engagement von Mitgliedern des Fördervereins sind seit 1992 geschätzte 6.000 Fotos zusammen getragen worden, größtenteils unsortiert und unbeschriftet. Nun entschied Museumsleiterin Sybill Ebers dieses Projekt endlich anzugehen und setzte einen Mitarbeiter an diese langwierige Aufgabe. Seit einigen Monaten ist Kulturwissenschaftler Thorsten Köhler damit beschäftigt, die vielen Fotos zu sichten, zu kategorisieren, zu digitalisieren und zu archivieren.

Dabei stieß er auf wahre Schätze: Besonders hervorzuheben ist ein Konvolut von Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Jahr 1914, die verschiedene Rennpferde des Bankiers Freiherr Simon Alfred von Oppenheim (1864-1932) zeigen. Die Fotos wurden vom Fotografen H. Jakob aus Berlin gemacht, gelangten aber dann kurioserweise nach Amerika.

Der Grund: Sie gehörten dem Trainer von Oppenheims Pferden, dem Amerikaner Withers McCreery. McCreery trainierte die Pferde mehrere Jahre auf der Trainerbahn in Neuenhagen, wo er auch mit seiner Familie lebte. Als er in seine Heimat zurückkehrte nahm McCreery auch die Fotos mit. Nach seinem Tod gelangten die Bilder in das National Museum of Racing and Hall of Fame in Saratoga Springs im Staat New York. 1998 übergab das amerikanische Museum die Fotos als Schenkung an den Verein zur Förderung des Westfälischen Pferdemuseums.

Im Zuge der Aufarbeitung des Bildbestands tauchte auch ein Foto von Ida Freiin von Nagel auf, die in den 1950er Jahren mit ihrem Pferd Afrika die erfolgreichste Dressurreiterin Deutschlands war.

Bislang sind rund zwei Drittel der Fotos digitalisiert. Das Ziel ist der Aufbau einer digitalen Fotodatenbank, um Anfragen von Wissenschaftlern, Journalisten und Museen besser bearbeiten zu können. Direktorin Ebers rechnet damit, dass die Fotodatenbank spätestens im Jahr 2017 für Recherchen auch öffentlich nutzbar ist.