Erst der Wahlkampf und dann die Flüchtlinge Herr Köhnke? – ein Kommentar

Rund 16.000 Flüchtlinge sind letztes Wochenende in Deutschland angekommen. Jeder hat die dramatischen Szenen im Fernsehen gesehen. Auch konnte sich jeder Zuschauer ausmalen, wie viele der Flüchtlinge in Münster ankommen werden.

In Münster waren die Notunterkünfte für bis zu 700 Flüchtlinge ausgelegt. Zurzeit sind diese mit ca. 1000 Menschen belegt. Die Hilfsorganisationen sprechen davon, dass die maximale Grenz erreicht sei.

Um das Ganze zu handeln, muss dieses nicht Chefsache sein?
Wie sehr das “Chefsache” ist, konnte man am Dienstag sehen. Da war zu der Frage, wie es mit den Flüchtlingen weiter geht, eine Pressekonferenz einberufen worden. Der OB war anwesend, auch die Leiterin des Sozialamtes war da und die Stadträtin Wilkens. Aber einer fehlte. Frei nach Grönemeyer konnte gesagt werden, wer fehlte, warst du Jochen. Der Dezernent für die Koordinierung von Migration und Interkulturelle Angelegenheiten, also der “oberste Chef” der zuständigen Behörde, Jochen Köhnke war nicht anwesend, stattdessen machte er Wahlkampf.

Das ist doch auch sein gutes Recht, kann man hier einwerfen. Er hat sich dafür extra freigenommen. Na ja. Nach den uns vorliegenden Informationen ist Herr Köhnke auch für sein Dezernat nur sehr schlecht zu erreichen und das ist der eigentliche Missstand.

Abgesehen davon, dass Köhnke am Dienstag hätte zeigen können, dass er von der Materie Ahnung hat, und schon so im Wahlkampf hätte punkten können, macht es jetzt eher den Eindruck, dass ihm dieses Thema wohl egal ist. Ja er hat gute Vertreter, aber es geht hier um Menschen. 2/3 davon sind Kinder und Jugendliche.

Es geht um Angst
Außerdem geht es um Ängste von jeglichen Personen und in jeglicher Art. Was muss denn passieren, dass die SPD und Herr Köhnke den Wahlkampf Wahlkampf sein lässt? Auch eine Nachfrage per Mail, zu der Frage des Fehlens des Herrn Köhnke am Dienstag bei der Pressekonferenz, durch unsere Redaktion direkt an Herrn Köhnke und seinem Pressesprecher Herrn Fifka, wurde nicht beantwortet.

Niemand kann mir sagen, dass auch ein Wahlkampf nicht Zeit übrig lässt, um sich um Menschen, die es nun wahrlich bitter nötig haben, zu kümmern. Was kann ich denn erwarten, wenn ein Kandidat so reagiert? Muss ich davon ausgehen, wenn es in Münster wieder heißt “Land unter” und der Oberbürgermeisterherausforderer, OB ist, und er dann im Urlaub ist, dass er im Selbigen bleibt und sich sagt, ich habe Vertreter, die sollen es richten?

In der Flüchtlingsfrage konnte Köhnke definitiv nicht punkten. Auch wenn sein Motto sozial und gerecht heißt. In dem Punkt “sozial” sollte die SPD ihren Kandidaten noch einmal nachschulen.

Aber das ist ja nur meine Meinung.
(Till Leckebusch)