LWL-Museum feierte Übergabe von Macke-Werk

Sie wird die “Westfälische Mona Lisa” genannt und hat nun im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster einen dauerhaften Aufenthaltsort gefunden. Mit der Hilfe von öffentlichen Geldern konnte der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das bedeutende expressionistische Werk “Frau des Künstlers mit Hut” von August Macke ankaufen, nachdem es schon seit fast 30 Jahren im ehemaligen Landesmuseum die Blicke auf sich gezogen hatte.

Bisher war das Macke-Porträt seiner Frau Elisabeth eine Leihgabe aus Privatbesitz. Als das Werk 2014 verkauft werden sollte, hat der LWL Förderer angesprochen und die Summe von 1,5 Millionen Euro zusammengetragen. In einer Feierstunde haben die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, das NRW-Kulturministerium, die Kunststiftung NRW und die Ernst von Siemens Kunststiftung am Donnerstag (24.09.) dem LWL-Museum das Gemälde übergeben.

Als der Eigentümer von Mackes “Frau des Künstlers mit Hut” im Frühjahr 2014 den geplanten Verkauf des Bildes ankündigte, bestand die Gefahr, dass eines von Mackes bedeutendsten Werken der Öffentlichkeit entzogen würde. “Ein Verkauf des Werkes an einen Privatsammler oder eine Institution außerhalb von Deutschland wäre ein großer Verlust nicht nur für die westfälische, sondern für die deutsche Kunstlandschaft gewesen”, erklärte LWL-Direktor Matthias Löb. Das Gemälde zählt zu den fünf bedeutendsten Werken der Macke-Sammlung des LWL-Museums für Kunst und Kultur und gehört neben dem “Sonnigen Weg” zu den Lieblingsbildern der Besucher.

Werke von August Macke in der Qualität dieses Bildes existieren auf dem Kunstmarkt kaum noch. “Wir freuen uns, dass so bedeutende Förderer erkannt haben, wie wichtig es ist, das Kunstwerk für unsere Sammlung zu erhalten”, so Löb. Mit dem Ankauf bleibe das Werk auch in Zukunft für die Öffentlichkeit erhalten und festige die Macke-Sammlung im LWL-Museum.

Elf Gemälde von August Macke befinden sich inzwischen im Besitz des LWL-Museums, 18 weitere sind als Leihgaben im Haus. Hinzu kommen Aquarelle, Zeichnungen und 80 Skizzenbücher, die ebenfalls dem LWL-Museum gehören. Durch zusätzliche Forschungsprojekte und Publikationen hat das LWL-Museum heute den Rang eines Macke-Standortes erlangt.

“Mit dem Erwerb wird national wertvolles Kulturgut dauerhaft für das Museum, für die Öffentlichkeit und die Forschung gesichert. Deshalb hat der Bund ein erhebliches Interesse an dem Ankauf”, begründet Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Förderzusage des Bundes. Die Kulturstiftung der Länder sichere damit ein Schlüsselwerk des Künstlers für das Museum: “Mit dem Ankauf des für die Entwicklung zum expressionistischen Maler wegweisendem Porträts, das seit 30 Jahren als Dauerleihgabe ein Glanzlicht der LWL-Sammlung bildet, kann der herausragende Macke-Bestand dauerhaft bewahrt werden”, erklärt Isabel Pfeiffer-Poensgen, Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder.

“Münster steht heute im Mittelpunkt der Macke-Forschung und das Gemälde komplettiert die Macke-Sammlung im LWL-Museum für Kunst und Kultur”, sagte NRW-Kulturministerin Ute Schäfer. “Das Porträt von Mackes Ehefrau Elisabeth wird jetzt dauerhaft an dem Ort aufbewahrt, der sich der wissenschaftlichen Erforschung des Lebenswerkes von August Macke widmet”, erläuterte Dr. Ursula Sinnreich, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW. “Ein Erwerb aus Privatbesitz, der sich schon seit 1981 als unverzichtbares Museumsstück bewährt hat, fügt sich hervorragend in das Förderprofil unserer Stiftung”, erklärte Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung.