Filmstadt Münster

In Münster wurde schon vor langer Zeit für Film und Fernsehen gedreht und produziert, doch ins Rollen kam das Filmgeschäft ab 1995, als hier der Pilotfilm zur Wilsberg-Reihe gedreht wurde.

Der Leiter des Presse- und Informationsamtes der Stadt Münster, Joachim Schiek, ist maßgeblich am Produkt „Filmstadt Münster“ beteiligt.

Als stets bescheidener Kopf der kommunikativen Behörde sieht es sich als kleines Rädchen unter vielen Anderen, die den Erfolg der westfälischen Filmstadt mitgetragen haben.
Doch so klein ist das Schiek-Rädchen im Räderwerk der Filmschaffenden im Münsterland gar nicht. Bevor er Leiter der Behörde wurde, saß Joachim Schiek 1997 noch unschuldig hinter seinem Schreibtisch, in einem Büro des Stadthauses, als plötzlich ein paar Personen einer Filmproduktionsfirma dort vorstellig wurden. Es war die Produktionscrew des ersten Wilsberg – Pilotfilms von 1995, (damals noch mit Joachim Król in der Hauptrolle).

Sie hatten ein ungewöhnliches Anliegen; „Wir überlegen uns, ob wir in Münster wieder drehen und haben dafür so eine Idee, wozu wir aber etwas Unterstützung von der Stadt Münster brauchen. – Es handelt sich um eine Filmrolle des Schauspielers Heinrich Schafmeister, der im Film als Mitarbeiter des Bauamts fungiert, wo es dann auch immer wieder Schiebereien geben wird. Wir wissen, dass Städte so etwas nicht gern sehen, wenn die Behörden verunglimpft dargestellt werden. “

Doch da waren sie bei Joachim Schiek genau an der richtigen Adresse. In seiner bekannten trockenen Art antwortete er aus dem Stehgreif und ohne weitere Rückendeckung aus der städtischen Behörde, „ Selbstverständlich! Wir können zwischen Realität und fiktionalem Film sehr wohl unterscheiden und finden das toll, wenn sie das machen. Womit können wir helfen?“

Schnell waren Kontakte zur Straßenverkehrsbehörde, zum Hausmeisterdienst und und und geknüpft, und die Filmcrew war begeistert. Genehmigungen in diesem Eiltempo waren auch zu der Zeit eine Seltenheit. So wurden im Laufe der Zeit aus einer alle zwei Jahre gedrehten Wilsberg Reihe, nunmehr sogar vier Produktionen pro Jahr.
Viele weitere TV und Kino-Produktionen schlossen sich im Laufe der Zeit an und kamen nach Münster. Denn unter den Filmschaffenden der Republik eilte der Ruf des kooperativen und freundlichen Umgangs bei Behörden, Dienstleistern und Bürgern, der westfälischen Stadt voraus. Während in vielen Städten die Genehmigungen für Straßensperrungen und andere bürokratischen Gänge zunehmend schwerer wurden, schaffte Joachim Schiek 1999 eine eigene Anlaufstelle für Produktionsmedien. Und so wurde Nicola Ebel mit einer halben Stelle eingestellt, um eine eigene Anlaufstelle für Filmfirmen anzubieten. Der Filmservice Münsterland war geboren.