Tagesarchive: 13. Februar 2016

Der neue Tarantino: Gequatsche und Blut pur

Er läuft jetzt im Kino, der neue Tarantino. Gespannt haben alle Tarantino-Fans darauf gewartet und hat es sich gelohnt? Eine Ein-Wort-Antwort: Jaaaaa!

Schon der Anfang ist kurios. Im ersten Augenblick habe ich gedacht, gleich kommt der Peter mit der Heidi vorbei. Eine Totale auf ein Wegekreuz in verschneiter Berglandschaft. Wäre da nicht diese sich nähernde Postkutsche. Die sah nicht nach deutschem Biedermeier aus.

Was passiert eigentlich im Film? Der Film spielt einige Jahre nach dem amerikanischen Bürgerkrieg in den Bergen von Wyoming und erzählt die Geschichte von acht Personen, die sich während eines Schneesturms in einer Herberge treffen.

Eine Kutsche, die nur zwei Insassen hat, fährt vor einem Schneesturm her und trifft auf den Kopfgeldjäger Marquis Warren der drei Leichen nach Red Rock bringen will. In der Kutsche sitzen “Der Henker” John Ruth, ebenfalls Kopfgeldjäger, und seine Gefangene Daisy Domergue.

Außerdem trifft die Kutsche noch auf den neue Sheriff von Red Rock, Chris Mannix und auch er fährt mit. Da Ruth Mannix nicht traut, schließen er und Warren eine Allianz, um gegenseitig ihre Kopfgelder zu beschützen.

Da der Schneefall immer dichter wird, nimmt die Gruppe Zuflucht in „Minnies Miederwarenladen“, eine Herberge, wo schon vier weitere Männer warten.

Jetzt kann es so richtig losgehen.

Natürlich geht man in diesen Film, weil die Bilder älterer Filme Tarantinos dem Fan durch den Kopf gehen. Wird man enttäuscht? Nein, natürlich nicht. Es kommt wie es kommen muss. Der Film ist lang und blutig. Nicht medium sondern raw. Gibt es auch Dinge die einen nerven können? Klar, sicher.

Der Film hat Längen. Manche Dialoge brauchen um auf den Punkt zu kommen. Es gibt eine Figur die einen permanent nervt. Diese Figur bekommt einfach den Mund nicht zu. Eine dreiviertel Stunde wird fast nur geredet.

Macht der Film dennoch spaß? Verdammt ja! Die Figuren sind so überzogen dass es eine Wonne ist. Die “Ballerei”, die im zweiten Teil kommt, ist so blutig, dass man nur noch duschen will. Die Tötungen sind so obskur, dass man sich unweigerlich fragt, wer erfindet so etwas.

Ist der Film gewaltverherrlichend? Oh jaaa. Wenn man aber erst einmal im Kino sitzt und es geht los, war es mir z.B. völlig egal. Darum ist der Film ja auch erst ab 16 Jahren freigegeben worden. Daran sollte man sich auch halten.

Somit kann festgehalten werden, der Film ist nichts für Kinder und Gutmenschen. Tarantino-Fans kommen auf ihre Kosten und sollten schon einmal das Bad vorheizen, denn man will sich das Blut nach dem Film nur noch abwaschen.

Foto Wikipedia