Bei der Sparkasse geht die Post ab

In der Tat haben die Banken und Sparkassen etwas länger gebrauchtDSC08436 um auf den boomenden Onlinetrend zu reagieren. Paypal & Co. haben sich viele Marktanteile der Online-Transaktionen gesichert. Doch nun rüsten die Sparkassenverbände auf und erreichen damit immerhin schon 71% der Firmenkunden, die ihre Konten online führen. Bei den Privatkunden sind es bislang nur 44%, der Trend geht aber bei beiden Kundengruppen steil nach oben.

Dies unterstreichen auch die 2,8 Mio. Transaktionen pro Tag, die dem Sparkassenverband eine solide Zukunftsfähigkeit bescheinigen. Dazu zählt auch das erfolgsorientierte Online-Bezahlangebot „paydirect“, welches sich künftig dem harten Wettbewerb im E-Commerce stellen wird. Damit das neue System am Markt akzeptiert wird, braucht es die volle Unterstützung der Online-Händler. Im Juli 2016 soll die finale Phase der Vorbereitungen in den realen Geschäftsalltag integriert werden und ein attraktives Zahlungssystem unserer Zeit werden.

Dr. Rolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, unterstrich auf der am Mittwochnachmittag geführten Jahrespressekonferenz, „Unsere Kunden lassen sich von der Phase niedrigster Zinsen nicht entmutigen“. Sicherheit sei für Anleger auch in der heutigen Zeit das entscheidende Kriterium. Und er fügte hinzu, “Diese Sicherheit bieten die Sparkassen. Unsere Kunden können sich darauf verlassen“.

Wie sollte es auch sonst erklärt werden, dass ein Kreditinstitut in Zeiten der Niedrigzinspolitik über einen Einlagenbestand von 91,7 Milliarden Euro verfügt, das ist ein Zuwachs von guten 3,3% gegenüber dem Vorjahr.

Die steigende Verschuldungsquote hat in den Euro-Ländern einen neuen Höchststand mit 92,2% erreicht, obwohl 1992 in Maastricht eine Obergrenze von 60% vereinbart wurde.
Leidtragende sind die Sparer, die für Ihre Einlagen nicht viel bekommen.

Mit großer Sorge sehen die Finanzdienstleister die zunehmende Anzahl von Menschen, in der Einkommensklasse bis 2.000 Euro. Etwa 39% von ihnen wollen oder können nichts zur Seite legen und werden im Alter vor einer großen Versorgungslücke stehen.
Privatkunden setzen auf das Wertpapiergeschäft, es verbesserte sich um 6,9 %.

Ihre starke Position als Partner des Mittelstands belegten die westfälisch-lippischen Kreditinstitute mit deutlichen Wachstumsraten im Kreditgeschäft: Sie erteilten Kreditzusagen in Höhe von 17,5 Milliarden Euro. Das sind 16,4 % mehr als im Vorjahr. Die Kreditbestände wuchsen um 2,8 % auf 86,5 Milliarden Euro. 41,4 Milliarden Euro (+3,4 %) davon entfielen auf Firmenkunden. Das entspricht einem Plus von rund 42 % gegenüber dem Kreditvolumen der Firmenkunden vor zehn Jahren.
Die Geschäftsabschlüsse der Sparkassen in Westfalen-Lippe lassen sich an den Rentabilitätszahlen ablesen. Mit 203 Millionen Euro bezeichnete Dr. Rolf Gerlach das Jahresergebnis als auskömmlich. Immerhin 20 Millionen mehr als im Vorjahr. Die westfälisch-lippischen Sparkassen zahlten 356 Millionen Euro Steuern und haben ganze 153,1 Millionen Euro gespendet, gestiftet oder ausgeschüttet. Auf Nachfrage unserer Redaktion, wollte der Präsident sich aber auf keine greifbaren Zahlen festlegen, die nun eingespart werden.