Flüchtlinge “retten” immer mehr Betriebe

Stellen sie sich vor, sie bieten eine Lehrstelle an und niemand kommt. Sie meinen das gibt es nicht? Leider doch und gerade in Münster immer häufiger. Der Trend geht immer mehr in Richtung Betriebe, die sich bei den Auszubildenden bewerben. Waren Ausbildungsplatzmessen vor zehn Jahren noch die Ausnahme, sind sie heute binnen kurzer Zeit ausgebucht. Besonders Klein- bis Kleinstbetriebe müssen gegenwärtig um jeden Auszubildenden kämpfen.

Es gibt aber einen Ausweg, der auch immer häufiger beschritten wird. Betriebe die einen Ausbildungsplatz zu besetzen haben, sehen in der Aufnahme von Flüchtlingen eine Chance, ihren Ausbildungsplatz zu besetzen. Wenn nun ein Betrieb einen Ausbildungsplatz nicht besetzen kann, kann er sich an die Handwerkskammer wenden. Im Rahmen des für 2016 ins Leben gerufenen Projektes “Arrived – Ausbildung von Flüchtlingen aus Krisenregionen in deutschen Betrieben” setzt die Kammer ihre im Vorjahr begonnene Vermittlungsarbeit fort. Sie betreut intensiv Ausbildungs- und Praktikumsbetriebe sowie Flüchtlinge mit Bleiberecht und Basiskompetenzen.

Vermittelt werden hoch motivierte Flüchtlinge, die zumeist praktische Erfahrungen im geplanten Ausbildungsberuf besitzen, jedoch keine formale Qualifikation in ihrem Heimatland genossen haben. Die Handwerkskammer schätzt in einem Kompetenzcheck die Eignung der jungen Erwachsenen für eine Ausbildung ein, begleitet sie auf dem Weg zu einem gesicherten Aufenthaltsstatus und berät interessierte Betriebe und Lehrlinge zu ergänzenden Maßnahmen, die den Ausbildungserfolg sichern sollen.