Robuster Arbeitsmarkt

Schon wieder geht es mit dem Arbeitsmarkt im Münsterland bergauf. Die neuen Zahlen der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster belegen, dass das Münsterland zurzeit ein guter Platz ist um eine Arbeitsstelle zu bekommen.

So verzeichnete die Arbeitsagentur eine starke Arbeitskräftenachfrage zu Jahresbeginn. 1.129 neue Stellenangebote meldeten die Unternehmen und Verwaltungen im Januar, das sind 199 oder 21,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Insgesamt standen Arbeitsuchenden im Bezirk der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster 3.744 freie Arbeitsstellen zur Verfügung. Gegenüber Januar 2015 waren das 470 Stellenangebote mehr.

Bei der Zahl der Arbeitslosen machten sich im Januar erwartungsgemäß typische saisonale Einflüsse bemerkbar. Verglichen mit dem Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit um 897 Personen auf zuletzt 18.476. Damit lag die Arbeitslosenzahl auf dem Niveau des Vorjahres. Damals waren 8 Arbeitslose mehr zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote stieg saisonbedingt gegenüber Dezember um 0,3 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent.

Der Arbeitsmarkt in Münster

Eine für den Januar ungewöhnlich hohe Arbeitskräftenachfrage verzeichnete die Agentur für Arbeit in Münster. 646 neue freie Stellen meldeten die Unternehmen und Verwaltungen am Jahresbeginn, das sind 121 mehr als im Dezember. Verglichen mit Januar 2015 lag das Angebot an neuen offenen Stellen aktuell um 201 Stellen höher, was einem Anstieg um 45,2 Prozent entspricht. Gesucht wurde vor allem im Sozial- und Gesundheitsbereich. Arbeitgeber aus Münster meldeten im Januar in diesen Bereichen 47 Arbeitsstellen bei der Agentur für Arbeit. Ebenfalls 47 neue offene Stellen gab es im Hotel- und Gaststättengewerbe. Gute Chancen hatten Bewerber auch im Baugewerbe und als Fachkräfte für Gebäudetechnik. 51 Stellenzugänge zählte die Arbeitsagentur in diesen Bereichen im Januar. „Gute Konjunkturerwartungen und eine andauernde stabile Wirtschafts- und Auftragslage sorgen dafür, dass Arbeitgeber Personal suchen“, beschreibt Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, die Entwicklung. Ebenfalls gebe es einen Zusammenhang zur vermehrten Zuwanderung von Flüchtlingen in die Stadt. „Es muss Wohnraum geschaffen werden und auch für die Betreuung und Beratung für die zu uns kommenden Asylsuchenden werden Fachkräfte benötigt. Gerade in diesen Bereichen verzeichnen wir eine vermehrte Arbeitskräftenachfrage“, erläutert Fahnemann. Insgesamt konnten Arbeitsuchende in Münster im Januar auf 2.094 bei der Arbeitsagentur gemeldete Arbeitsstellen zurückgreifen, 393 mehr als noch im Vorjahresmonat.

Im Vergleich zum Vorjahr unverändert blieb die Arbeitslosenquote. Sie lag bei 5,9 Prozent. Saisontypisch stieg die Quote gegenüber Dezember um 0,3 Prozentpunkte. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im vergangenen Monat um 474 Personen auf 9.461. Auch gegenüber dem Vorjahr verzeichnete die Agentur für Arbeit in Münster einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Aktuell waren 119 Männer und Frauen mehr arbeitslos gemeldet als im Januar 2015. Besonders betroffen waren Jugendliche und junge Erwachsene. 803 arbeitslose unter 25-Jährige zählte die Arbeitsagentur zuletzt, das sind 67 mehr als im Dezember. Für die Jahreszeit sei dieser Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit typisch, so Fahnemann: „Nicht alle Jugendlichen, die eine zweieinhalb- oder dreieinhalbjährige Ausbildung absolvieren, werden unmittelbar danach übernommen. Daher steigt die Arbeitslosigkeit unter den jungen Erwachsenen zu Beginn des Jahres typischerweise an. Demgegenüber steht aber die große Nachfrage der Unternehmen nach gut ausgebildeten Fachkräften. Das bietet dem beruflichen Nachwuchs gute Chancen, so dass die Arbeitslosigkeit in den meisten Fällen erfahrungsgemäß nur kurz andauert“, erklärt er.

Der Arbeitsmarkt im Kreis Warendorf

Mit 9.015 Männern und Frauen lag die Zahl der Arbeitslosen im Kreis Warendorf im Januar um 127 unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zu Januar 2015 um 0,1 Prozentpunkte und lag zuletzt bei 6,0 Prozent. „Das zeigt, dass wir eine sehr stabile Lage auf dem Arbeitsmarkt haben. Der für den Winter typische Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel in diesem Jahr spürbar geringer aus als im vergangenen Jahr“, freut sich Joachim Fahnemann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster.

Insgesamt waren im Januar 9.015 Personen im Kreis Warendorf arbeitslos gemeldet, 423 mehr als im Dezember. Verglichen mit dem Vormonat stieg die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte. Den deutlichsten Zuwachs zählte die Arbeitsagentur bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen. So waren im Januar 883 unter 25-Jährige arbeitslos, 72 mehr als im Dezember. Grund für diesen Anstieg ist das Ende der zweieinhalb- oder dreieinhalbjährigen Ausbildungen. „Zu Jahresbeginn sind dann einige junge Menschen kurz arbeitslos, bis sie eine Anschlussbeschäftigung gefunden haben. Und die Chancen sind für junge Fachkräfte angesichts der deutlichen Nachfrage nach gut ausgebildetem Personal derzeit gut“, so Fahnemann.

483 neue Stellenangebote meldeten die Betriebe im Kreis Warendorf im Januar bei der Agentur für Arbeit. Damit lag die Nachfrage nach Arbeitskräften auf dem Niveau des Vorjahres. Damals gab es 481 Stellenzugänge. Insgesamt standen Arbeitsuchenden 1.650 gemeldete Arbeitsstellen zur Verfügung, 77 mehr als im Januar vor einem Jahr. Gesucht waren vor allem Mitarbeiter für den Metallbau, im Maschinenbau und in sozialen Berufen. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist für einen Januar ungewöhnlich hoch“, berichtet Fahnemann. „Das hängt zum einen mit dem bislang relativ milden Winter zusammen. Zum anderen ist die konjunkturelle Lage anhaltend stabil, so dass viele Unternehmen optimistisch in die Zukunft blicken und ihr Personal aufstocken“, so der Agenturleiter. Ein wichtiger Indikator hierfür sei, dass mit mehr als 80 Prozent ein Großteil der neuen freien Arbeitsstellen unbefristet zu besetzen ist. „Das bietet gute Perspektiven für alle, die auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung sind“, resümiert Fahnemann.

Der Arbeitsmarkt im Münsterland

Die Arbeitslosigkeit im Münsterland ist von Dezember auf Januar gestiegen. Mit 42.560 betroffenen Personen waren es zuletzt 2.649 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg entsprechend von 4,5 Prozent auf nun 4,8 Prozent an. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit jedoch deutlich gesunken. So lag die Arbeitslosenquote im Januar 2014 mit 5,0 Prozent noch um 0,2 Prozentpunkte höher. Das waren 1.266 Arbeitslose mehr.

Die steigende Arbeitslosigkeit, die für den Januar typisch ist, wirkte sich in allen Agenturbezirken des Münsterlandes aus. So verzeichnete die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster einen Anstieg der Arbeitslosenquote gegenüber Dezember um 0,3 Prozentpunkte auf 5,9 Prozent. Die niedrigste Arbeitslosenquote gibt es weiterhin im Bezirk der Arbeitsagentur Coesfeld. Mit aktuell 3,8 Prozent liegt sie jedoch um 0,3 Prozentpunkte über dem Vormonatswert. Den größten Anstieg bei der Arbeitslosenquote gab es im Agenturbezirk Rheine. Hier erhöhte sich die Quote um 0,4 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent.

Für Arbeitslose und Jobsuchende standen zuletzt in der Jobbörse der Arbeitsagenturen Münsterlandweit derzeit 9.279 offene Stellen zur Verfügung. Darunter 8.022 unbefristete Arbeitsplätze und 1.257 befristete Angebote. 1.391 dieser freien Stellen waren in Teilzeit.