Aufmerksame Bürger – Weniger Straftaten

Heute wurde von der Polizei in Münster die Kriminalstatistik des Vorjahres DSC09614präsentiert. Polizeipräsident Hajo Kuhlisch war mit den Ergebnissen sichtlich zufrieden, denn Münster stellt sich zu vielen anderen Kommunen gegen den Trend der oft steigenden Kriminalitätsraten. Die Zahlen der Straftaten in Münster hingegen sinken, im vergangenen Jahr gab es genau 672 Taten weniger, als im Vorjahreszeitraum. Trotzdem sind es in Münster immer noch 29833 Straftaten, also etwa 3 pro Stunde (Fahrraddiebstähle inbegriffen).

“Der spürbare Rückgang beim Wohnungseinbruch und beim Taschendiebstahl ist in erster violent-1166556_640Linie das Ergebnis der engagiert und motiviert arbeitenden Kolleginnen und Kollegen”, lobte Polizeipräsident Hajo Kuhlisch die erfolgreiche Arbeit. Aber auch die gestiegene Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger helfe viele Straftaten aufzudecken oder sie sogar im Anfangsstadium zu verhindern.

“In diese beiden Delikte den Schwerpunkt der Arbeit zu legen, hat sich ausgezahlt.” Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank 2015 von 1003 Einbrüchen im Vorjahr auf 818, ein Minus von 18,4 Prozent. Im letzten Jahr registrierte die Polizei 1.925 Taschendiebstahlsdelikte, 2014 waren es noch 2.165 Taten, ein Rückgang von 11,1 Prozent.

“Jeder 6. Wohnungseinbruch konnte durch die Ermittlungskommission
(EK) “Beis” geklärt werden, bei den Tageswohnungseinbrüchen liegt die Aufklärungsquote mit 22,4sherlock-holmes-462978_640 Prozent noch höher”, erläutere der Polizeipräsident die Steigerung der Aufklärungsquote. “Die Konzentration der Ermittlungen mit Unterstützung des Einsatztrupps haben den Weg für dieses Ergebnis bereitet.” Bei Wohnungseinbrüchen sind vorbeugender Schutz und verstärkte Sicherungsmaßnahmen der Feind der Einbrecher.

Die Aufklärungsquote beim Taschendiebstahl beträgt 11,5 Prozent.
“Diese Quote erreicht nicht ganz das Vorjahresergebnis (13,1), liegt aber deutlich über dem Landesdurchschnitt von 6,5 Prozent”, erklärte Kriminaldirektor Manfred Kurzawe, Leiter der Direktion Kriminalität.

“Münster ist als westfälisches Oberzentrum mit vielen reizvollen Veranstaltungen für wallet-1013789_640Besucher und Taschendiebe gleichermaßen anziehend. Die oft von außerhalb anreisenden Täter nutzen die Ablenkung im Gedränge und schlagen blitzschnell zu, ohne dass die Opfer etwas bemerken.” Mit dem verstärkten Einsatz von uniformierten und zivilen Beamten an den Brennpunkten, gelang es im letzten Jahr, die Fallzahl zu senken und gleichzeitig einige Taschendiebe auf frischer Tat festzunehmen.

Jeder dritte Diebstahl in Münster und jede sechste Straftat insgesamt betrifft in Münster das Fahrrad. 5.193 Fahrraddiebstähle hat die Polizei 2015 erfasst, 670 mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote beträgt 7,5 Prozent. “Besonders in den Sommermonaten 2015 stieg die Zahl im Verhältnis zum Vorjahr deutlich an”, sagte der Direktionsleiter. “Im letzten Jahr haben zudem verstärkt organisierte Banden Münster aufgesucht und gleich dutzendweise gestohlene Fahrräder mit Transportern aus der Stadt gebracht.” In Einzelfällen gelang es diese Täter zu fassen, auch mit Hilfe von Hinweisen aufmerksamer Anwohner.

DSC09120Mit 714 Delikten erreicht die seit Jahren rückläufige Gewaltkriminalität den niedrigsten Wert der letzten 10 Jahre. Zur Gewaltkriminalität zählen insbesondere schwere und gefährliche Körperverletzungen oder Raubdelikte. Die Aufklärungsquote von 65,1 Prozent bedeutet ein Plus von 2,5 Prozentpunkten. Das Polizeipräsidium Münster führt die Ermittlungen bei sogenannten Kapitaldelikten wie Mord oder Totschlag für das gesamte Münsterland (die Kreise Borken, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf und die Stadt Münster). Die Mordkommissionen (MK) des Polizeipräsidiums ermittelten in 11 Fällen, in der Stadt Münster waren zwei MK Einsätze erforderlich. Die Täter sind ermittelt und zum Teil bereits rechtskräftig verurteilt.

Besonderes Augenmerk legen die Beamten auf die sprunghaft angestiegenen Fälle politisch motivierter Straftaten im Münsterland. In 31 Fällen mussten die Beamten überwiegend wegen versuchter oder tatsächlicher Brandstiftung und fremdenfeindlichen Farbschmiererei an Flüchtlingsunterkünften tätig werden. Die Tatorte verteilen sich auf Münster (4), Coesfeld (4), Warendorf (5) Steinfurt (6) und Borken (12).

“Die Herausforderungen der Polizei sind nach den Anschlägen in Paris und den Ereignissen der Silvesternacht gestiegen”, erläuterte Hajo Kuhlisch. “Auf Dauer können wir auch mit dem optimalen Personalmanagement und der hohen Motivation der Mitarbeiter nicht mehr alle Aufgabenstellungen wie bisher gleichermaßen bedienen. Eine notwendige Prioritätensetzung darf jedoch in keinem Fall zur Beeinträchtigung der Sicherheitslage in Münster führen. Deshalb sind wir in intensiven Gesprächen mit unseren Partnern für Sicherheit in Münster, vor allem mit der Stadt Münster.”