Keine Chance für die Liebe in Münster?

heart-268151_640Das Tiefbauamt der Stadt Münster glaubt Liebesschlösser und Brücken sind kein gutescastles-616573_640 Paar. Die Liebe soll ewig halten, allerdings sollen dies die Brücken in Münster auch. Viele Paare bekräftigen auch in Münster ihre Liebe mit einem nicht mehr zu öffnenden Schloss, besonders gern an der Torminbrücke. Zur Sicherheit wird dann der Schlüssel in den Tiefen des Aasees versenkt, als Liebesgarantie.

Und dann? „Die meisten Schlösser beginnen schon bald zu rosten, was am Kontakt der unterschiedlichen Materialien von Schloss und Brückenbauelement liegt. Das Symbol der Liebe bekommt Korrosionsschäden und gibt diese an die Brücke weiter“, berichtet das Tiefbauamt der Stadt. Nicht nur die Statik auch die Stabilität der Brückenmaterialien wird verändert. Aber auch die stetig steigende Menge der Liebeschlösser verringert die Sicherheit einer Brücke. Das ist die Sicht des 159917PTiefbauamtes auf die Liebesschlösser.

Da das Tiefbaumt für die Sicherheit der Brücken in Münster zuständig ist und als Straßenbaulastträger jährlich eine Besichtigung und zwei Begehungen an jedem Brückenbauwerk durchführt, um die Verkehrs- und Standsicherheit zu gewährleisten, kommt nach weiteren Prüfungen auch eine Hauptprüfung alle sechs Jahre. Und spätestens zur Hauptprüfung werden alle Schlösser entfernt um jedes Brückenelement genau bewerten zu können. Die entfernten Schlösser können dann im Stadthaus 3, bei Guido Kiesewalter (02 51 / 4 92 66 73), wieder abgeholt werden. Er hebt sie für drei Monate auf. Die nicht abgeholten Schlösser werden dann vom Bauhof des Tiefbauamtes fachgerecht entsorgt.

Alte Liebe rostet dochheart-268506_640
In vielen anderen Kommunen stört oft der optische Eindruck, aber tatsächlich kann es durch elektrolytische Korrosion zu Rostschäden kommen. Dies geschieht durch Verbindung des edleren Messings der Schlösser gegenüber dem unedleren Eisen der Brücken. Dennoch nehmen einige Kommunen den erhöhten Arbeitseinsatz zum Liebeswohl der Bürger und als förderlichen Einfluss für den Tourismus in Kauf.

Hauptstadt der Liebes-Schlösser in Deutschland
In anderen Städten wird dies indes ganz anders gesehen. Die wohl berühmteste Liebesschloss-Brücke in Deutschland gehört der Deutschen Bahn. Und wer die DB kennt, der weiß dass die Bahn nicht leichtfertig mit möglichen Risiken umgeht und jeden Sachverhalt mehrfach prüft, bevor etwas geduldet wird. Die Hohenzollernbrücke in Köln padlocks-337569_640wurde in den vergangenen Jahren zum berühmtesten „Schlossplatz“. Ca. 45.000 Schlösser sollen dort hängen.

Pressesprecher Thorsten Nehring von der Deutschen Bahn erklärte unserer Redaktion auf telefonische Nachfrage, „Die Gitter an der Hohenzollern-Brücke sind aus nichtrostendem Material und auch das Gewicht der Schlösser spiele bei dem stabilem Brückenbauwerk keine sicherheitsrelevante Rolle. Lediglich die Betriebssicherheit für den Bahnverkehr, sowie den Straßenverkehr, sei Ernst zu nehmen. So wurde vor Jahren einmal ein ca. zwei Meter großes Schloss kostenpflichtig entfernt da durch die Anbringung und die Ausmaße der Betrieb auf der Brücke gefährdet wurde. Auch bei Prüfungen und Reparaturen werden die Gitterelemente samt Schlössern vorsichtig entfernt, geprüft und wieder angebracht.“

Ursprung des Brauches
ponte-vecchio-297226_640Woher kommt eigentlich der Schlösser-Brauch, der in vielen Teilen der Welt zelebriert wird?
Eines ist bisher ganz klar – Über die genaue Herkunft kann nur spekuliert werden. In der Diskussion ganz oben steht, wer hätte es gedacht, das Liebesland Italien, dort sagt man (lucchetti dell’amore). Es gibt aber weltweit jede Menge anderer Orte dem dieser liebevolle Brauch entsprungen seien könnte.

Eine andere Vermutung sagt, es könnte durch die Absolventen der Florenzer Sanitätsakademie San Giorgio erfunden worden sein. Zum Ende der Ausbildung befestigten die Absolventen die nicht mehr gebrauchten alten Vorhängeschlösser ihrer Spinde an einem Gitter der ältesten Brücke in Florenz. Möglicherweise war dies der Anstoß für Verliebte, um ihre Verbundenheit zu symbolisieren.