Münster erreicht nächsten Meilenstein im Klimaschutzprogramm

Der erste große Schritt ist letzte Woche mit den klimafreundlichen Investments gemacht worden. Jetzt kommt der nächste große Meilenstein.

Münster wird “Masterplan-Kommune 100 % Klimaschutz”. Der in der Koordinierungsstelle Klima und Energie erarbeitete Projektantrag hat die Entscheider im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit überzeugt. Damit erhält die Stadt die Möglichkeit, mit Unterstützung umfangreicher Fördermittel ihre Klimaschutzaktivitäten in den nächsten vier Jahren systematisch weiterzuentwickeln. Der Startschuss für die Masterplan-Kommune Münster fällt am 1. Juli.

“Wir sind stolz darauf, zum Kreis der ausgewählten Kommunen zu gehören”, sagt Matthias Peck, Beigeordneter der Stadt für Nachhaltigkeit. “Die Teilnahme ist für uns Herausforderung und Chance zugleich, unsere ambitionierte Klimaschutzarbeit vor Ort weiter zu stärken und unsere Vorreiterrolle im kommunalen Klimaschutz zu festigen.”

Strahlkraft ist gefragt! Deshalb richtet sich das Masterplan-Programm ausdrücklich an Kommunen, die sich anspruchsvolle Klimaschutzziele gesetzt haben und bereits über umfangreiche Erfahrungen in der Umsetzung verfügen. Gefördert werden beste Beispiele für kommunalen Klimaschutz, die sowohl national als auch international Vorbildfunktionen übernehmen können. Angestrebt wird, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 95 Prozent gegenüber 1990 zu mindern und gleichzeitig den Endenergieverbrauch zu halbieren. Dieses Anliegen schließt unmittelbar an das bisherige Klimaschutzziel der Stadt an, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken und den Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent zu erhöhen.

“Wir werden bewährte Konzepte ausbauen, aber auch nach neuen Lösungen suchen”, umreißt Birgit Wildt von der Koordinierungsstelle Klima und Energie im Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit, die Arbeit am Masterplan. “Dabei wird es vor allem darum gehen, den Strombedarf in der Stadt deutlich zu reduzieren und die Energieeffizienz in der Industrie, im Gewerbe und bei den Dienstleistungen zu steigern. Es gilt Wege zu finden, die Altbausanierung voranzutreiben und die erneuerbaren Energien weiter auszubauen.” Auch eine noch stärkere Sensibilisierung der Stadtgesellschaft für die Belange des Klimaschutzes steht auf der Agenda.
Als Masterplan-Kommune erhält Münster zwei zusätzliche, auf vier Jahre befristete Stellen für die Koordinierungsstelle für Klima und Energie. Außerdem stehen Mittel für Konzepte und Studien bereit. Insgesamt belaufen sich die Kosten für das auf vier Jahre angelegte Projekt auf rund 898.500 Euro, 80 Prozent davon übernimmt der Bund.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat 2012 erstmals 19 Masterplan-Kommunen ausgewählt. Dazu gehören die Städte Rheine und Osnabrück sowie die Landkreise Steinfurt und Osnabrück. In einem zweiten Schritt kommen nun 20 weitere Kommunen hinzu.