Stadt geht ungewöhnliche Wege für Umweltschutz

10--März-2016_April_April_1603-(3)

Der ehemalige Polizeibeamte Otto Leckebusch(74), bekam gestern die Parkgenehmigung Nr.1, durch Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner und dem leitenden Polizeidirektor Udo Weiss auf dem Prinzipalmarkt überreicht. Udo Weiss wurde gestern in den Ruhestand verabschiedet.

Bis in die späten 1980ger Jahre war das Befahren des Prinzipalmarkts in Münster bedenkenlos möglich. Doch die unerfreulichen Erkenntnisse zum Thema Umweltschutz, wurde durch die obere Denkmalbehörde wie eine Ohrfeige aufgenommen. Die Abgase zerstören die Bausubstanz der Giebelhäuser und der Kirche, hieß es nach neuesten Untersuchungen.

So wurde das Befahren von Münsters Guter Stube untersagt. Jetzt wollen anliegende Kaufleute und der Rat der Stadt die Innenstadt wieder für kaufkräftige Personen erreichbar machen. Umweltbehörde und Münster Marketing haben sich dazu etwas ganz besonderes einfallen lassen.

Zwei grundlegende Bedingungen
Wer mindestens 60 Jahre alt und im Besitz eines Elektroautos ist, darf künftig an jedem Montag, Mittwoch und Freitag (außer Rosenmontag, Guter Montag, Stadtfestmontag und besonderen Anlässen), mit seinem Fahrzeug den Prinzipalmarkt befahren und auf der linken Seite, zwischen Michaelisplatz und Drubbel parken.

In der Einführungsphase ist das Parken für die ersten 6 Monate kostenlos.
Wenn es im ersten Jahr gut läuft, verspricht die Behörde, wird der Parkstreifen bis auf die Klemensstraße ausgeweitet. „Wenn es zu voll wird, können wir das über steigende Parkgebühren steuern“, erläutert ein Nachbar von Martin Schulze-Werner.

Haltestellen müssen weichen
DSC09329Die Haltestellen der Stadtwerke Münster werden auf die gegenüberliegende Seite verlegt, wo zukünftig auch die Haltestellen für den Münsterbus, die pferdelosen Droschken, Rikschas und dem einzigen Pferdegespann eingerichtet werden.

Die Stadt erhofft sich so den benzinbetriebenen Fahrzeugverkehr zu drosseln und das Kaufverhalten der Elektromobile zu fördern. Auch die Kaufleute sehen diesen Schritt als notwendig an, um die Umsätze zu erhalten. Einige Kunden würden die Innenstadt nicht mehr frequentieren, da die Haltestellen zu weit in der Stadt verstreut liegen würden und das sei ohne Taxi oft nicht zumutbar. „Ein Umsteigen in Buslinien, die in die Innenstadt fahren, sei viel zu kompliziert und umständlich“, klagen sie. Auch in der sterbenden Salzstraße sei eine Parkgenehmigung zur Belebung möglich, erklärt die neu gegründete Drei-Käfig-Bürgerinitiative am Mittag vor dem Stadtweinhaus.