Münster lässt sich die Offenheit nicht durch Fremdenhass nehmen

Der Platz des Westfälischen Friedens war gut gefüllt. Rund 450 Münsteranerinnen und Münsteraner demonstrierten für Frieden und Solidarität mit Geflüchteten. Was war geschehen? Vor zwei Wochen hatte man versucht, eine noch im Bau befindliche Flüchtlingsunterkunft anzuzünden. Dieses konnte aber verhindert werden und es entstand nur geringer Sachschaden.

Das war der “Ruck”, der die münstersche Stadtgesellschaft aus ihrem Dornröschenschlaf wachrüttelte. Ein breites Bündnis aus Politik, Kirche und “Vereinen” rief daher zu der Kundgebung von gestern auf.

Drei Redner, Dr. Ömer Yavuz, Vorsitzender des Integrationsrates; Markus Lewe, Oberbürgermeister und Said Samar, Flüchtlingskoordinator der Evangelischen Kirche, forderten einstimmig dazu auf, dass sich die Münsteraner gegen diese Art und auch im Allgemeinen gegen Fremdenfeindlichkeit stemmen sollten.

Markus Lewe meinte, dass durch diesen Brandanschlag Münster eine Wunde geschlagen wurde. Doch stand für den Oberbürgermeister auch jeder Zeit fest, dass die Täter in Münster alleine wären, denn Unterstützung suchten sie vergebens.

Ferner verurteilte der Vorsitzende des Integrationsrates Yavuz die Brandstiftung. Außerdem legte er seine Finger in offene Wunden. Für ihn ginge es nicht an, dass schwangere geflüchtete Frauen sozusagen ihre Kinder in einer Notunterkunft bekommen müssten. Familien und werdende Familien müssten zügig aus diesen Unterkünften heraus.

Kulturell wurde auch etwas geboten. Besonders zwei Auftritte stachen heraus. Einmal waren das Juiette und Carine, die mit ihrer Performance den deutschen und afrikanischen Vorurteilen den Spiegel vors Gesicht hielten und dann noch die “No Label Dancers”.

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