Kann die Pinkelkurve den Spielstand zeigen?

Es gibt viele Analysewerkzeuge um ein Fußballspiel zu deuten. Jetzt bringen die Stadtwerke etwas Neues auf den Analysemarkt. Ob sie aber damit den Markt für Analysetechniken aufrollen werden, ist eher fraglich.

So zeigte sich, dass kaum ein Münsteraner den Anpfiff verpassen wollte. Dieses macht jedenfalls die Pinkelkurve aus den Wasserwerken der Stadtwerke deutlich. Kurz bevor gestern Abend um 21 Uhr in Lille das EM-Spiel Deutschland gegen Ukraine losging, sank der Trinkwasserverbrauch in Münster rapide ab. Rund 10.000 Liter weniger – etwa ein Drittel des gesamten Wasserverbrauchs in Münster – rauschten pro Minute durch die Leitung. Während der spannenden ersten Halbzeit blieb der Verbrauch weiter im Keller.

Als Schiedsrichter Martin Atkinson die Mannschaften aber in die Kabine bittet, starten auch die Münsteraner einen Ansturm auf das stille Örtchen. Der Wasserverbrauch verdoppelte sich binnen weniger Augenblicke auf fast 50.000 Liter pro Minute. In der zweiten Halbzeit wiederholte sich das Spiel: Während es spannend blieb, wurde kaum Wasser verbraucht. Erst mit dem 2:0 durch Bastian Schweinsteiger in der Nachspielzeit und dem Abpfiff konnten die vielen Deutschland-Fans in Münster aufatmen und sich endlich erleichtern.

Damit der Druck im Wassernetz konstant bleibt, drehen die Wasserwerker der Stadtwerke daher mit dem Halbzeit- und Abpfiff bei Deutschlandspielen den „Wasserhahn“ auf. Aus den Trinkwasserbehältern an den vier Münsterschen Wasserwerken sprudelt dann deutlich mehr Wasser zu den Verbrauchern als während der 90 Minuten.