Integration in die Gesellschaft erfolgt auch über Arbeit

Nachdem es im letzten Jahr nur eine Diskussion gab, wohin mit den Flüchtlingen, stellt sich uns jetzt die eigentliche Mamutaufgabe, wie integrieren wir die Flüchtlinge in die bestehende Gesellschaft. Während Sozialämter und nichtstaatliche Organisationen auf das integrierende Element der Sprache hinweisen, geht die Arbeitsagentur einen Schritt weiter. Sie weist daraufhin, dass schon früher gemeinsames Arbeit zu einer schnelleren Integration geführt hat.

Doch der Weg in die Beschäftigung ist oft nicht so schnell zu realisieren. Wo die Schwierigkeiten liegen und wie man diese lösen kann, diskutierten die Landtagsabgeordnete der CDU, Astrid Birkhahn, und der Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, Joachim Fahnemann, in einem Gespräch in der Arbeitsagentur.

„Die Motivation ist bei einem Großteil sehr hoch“, berichtete Fahnemann, und verdeutlichte damit, dass eine wichtige Voraussetzung für die Integration in den Arbeitsmarkt bereits besteht: „Die Menschen möchten sich hier etwas aufbauen und unabhängig werden. Das geht über einen Job natürlich am besten.“ Dennoch sieht er Hürden, die beseitigt werden müssen, um die Flüchtlinge erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren: „In der Regel fängt das bei den Sprachkenntnissen an. Für den Einstieg in die hiesige Arbeitswelt ist es erforderlich, Deutsch verstehen und sprechen zu können.“

Das sieht auch Astrid Birkhahn so, und fügte hinzu: „Gerade bei den jüngeren Flüchtlingen müssen wir uns darum bemühen, dass sie einen allgemeinbildenden Schulabschluss erhalten. Denn er ist die Grundlage in unserem System von Bildung und Arbeit.“ Viele der Betroffenen sind ohne Schulabschluss oder ohne einen vergleichbaren Abschluss nach Deutschland gekommen. Auch bei den Berufsabschlüssen ist die Situation vergleichbar. Ausbildungen aus dem jeweiligen Heimatland können in Deutschland nicht immer anerkannt werden. „Daher ist es nach der sprachlichen Förderung unser vorrangiges Ziel, festzustellen, wie die beruflichen Kenntnisse an unserem Arbeitsmarkt fachlich einzuordnen sind“, berichtete Fahnemann.

Im Integration Point, in dem viele geflüchtete Menschen betreut und unterstützt werden, werden genau diese Punkte intensiv angegangen. „Es gibt ein breites Angebot an Bildungsmaßnahmen, die es uns ermöglichen, individuelle Qualifizierungen vorzunehmen, Kenntnisse auszubauen oder aufzufrischen und eine Basis für eine spätere Tätigkeit am Arbeitsmarkt in der Region zu legen“, berichtete der Agenturleiter und ergänzte: „Wir agieren hier eng verzahnt mit zahlreichen Partnern.“ Allen voran nannte er das Jobcenter des Kreises Warendorf und das Ausländeramt.

Abschließend machte Birkhahn im Gespräch aber nochmal deutlich: „Es ist wichtig und gut, dass wir uns der geflüchteten Menschen annehmen. Eine Integration in die Gesellschaft erfolgt auch über die Integration in Arbeit. Darüber hinaus dürfen wir jedoch nicht vergessen, uns um alle anderen Arbeitslosen zu kümmern.“ Dem stimmte Fahnemann zu und verdeutlichte: „Die Arbeit im Integration Point wird über zusätzliches Personal und Geldmittel geleistet. Alle anderen Kunden werden auch weiterhin, wie bislang, intensiv auf ihren Weg in Arbeit oder Ausbildung von uns unterstützt.“