Luther kam, sah, siegte und verschwand

Am vergangenen Samstag war Münster wieder Mittelpunkt des dsc07031Lebens im Münsterland. Die Firma Brillux verschenkte Speichenreflektoren für 10.000 Fahrräder. dsc07076Die Verkehrswacht Münster unterstützte mit 12 freiwilligen Monteuren die Aktion.

Die Aktion geht in den nächsten Tagen weiter – Hier der Link zum Erstartikel mit den genauen Daten und Plätzen.

Am Stadthaus I. wurde für die Zukunft erinnert und gesammelt, damit die Arbeit der Mitglieder des dsc07126Volksbundes weiterhin einen Beitrag zum Frieden darstellt. Unterstützung bekamen sie von Politikern und der Bläservereinigung Albersloh.

Derweil sieht es nicht gut aus für diejenigen, die sich für oder gegen den Einkauf am Sonntag in Münster einsetzen wollen. Zumindest bisher nicht, bei der dsc07121bis jetzt sehr geringen Wahlbeteiligung. Wer sich für eine starke Einkaufsstadt einsetzen will, oder doch lieber nur die Kirchenglocken am Sonntag in Bewegung sehen mag, sollte bis zum 4. November 2016, das Wahlbüro am Platz des Westfälischen Friedens aufsuchen, und mitentscheiden!

Den Vogel schossen auf jeden Fall, am Samstag, die drei Evangelischen Kirchenkreise Münster, Steinfurt und Coesfeld ab.

Martin Luther besuchte den Prinzipalmarkt, überlebensgroß weiß, und brachte 29 dsc07113Klone mit. Er, der Reformator, kam mit der Absicht sich reformieren zu lassen, bedingungslos. So wie die Reformation unseren Alltag mitprägt, bis heute – die Sprache, die Kultur, das politische System, so stellt sich jeder der dreißig Reformatoren mitten ins Stadtbild, in den Alltag zwischen Einkaufen und Flanieren.

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Medienkünstler Professor Jürgen Scheible.

Ab Montag, dem 31. Oktober stehen dann die Figuren an vielen öffentlichen Orten im Münsterland, und laden zu Auseinandersetzung, Gestaltung oder anderen Eingriffen an den Statuen ein. So sollen die Grundbegriffe der Reformation ins Spiel gebracht werden. Freiheit und Vertrauen sollen er-, und gelebt werden.dsc07165

Für tausende Touristen und Bürger war es das unumstrittene Highlight der letzten Jahre, ein Hauch Großstadtkunst auf dem Prinzipalmarkt. Und jeder durfte sich an der Gestaltung der Figuren beteiligen, ob nun mit Texten, Bildern oder farblichen Veränderungen. Doch Luther war in erster Linie das Hauptmotiv für unzählige Handys, Fotoapparate und Filmkameras.

Mit beginnender Dunkelheit setzten die Macher zusammen mit dem bekannten Medienkünstler Professor Jürgen Scheible aus Stuttgart, noch das i-Tüpfelchen auf die Aktion. Der Professor für Electronic Media überzeugte mit einer farbenprächtigen Lichtinstallation am Ort des Westfälischen Friedens.

Eigentlich hätte dieser Artikel nun sein Ende, wenn nicht in dunkler Nacht, ein Luther spazieren gegangen wär. So teilte die Polizei Münster in einer Pressemitteilung heute mit:

Luther reist vom Prinzipalmarkt zur Offenbergstraße

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Polizei Münster – Auf Luthers Spuren. Bild: Polizei MS

Münster lädt bekanntlich zum Spazieren ein, doch davon waren bisher keine Statuen betroffen. Daher staunte in der Sonntagnacht (30.10., 2:45 Uhr) ein Anwohner der Offenbergstraße des Aaseeviertels nicht schlecht, über den Besucher vor seinem Haus: Ein überlebensgroßer Luther strahlte ihn aus dem Gebüsch an.

Herbeigerufene Polizisten ahnten gleich, dass es sich bei dem ungebetenen Besucher um eine der Luther Statuen vom Prinzipalmarkt handelt. Ihr Glaube ging allerdings nicht soweit, dass sich der Geistliche allein auf Missionstour begeben hatte. Vielmehr handelte es sich wohl um groben Unfug, einiger höchst irdischer Zeitgenossen. Die Beamten unterstellten dabei auch, dass die Unbekannten die 50 kg schwere und 2,5 m große Statue nicht stehlen wollten.

Der Pfarrer, der die Ausstellung organisiert hat, brachte die Statue dann auch unversehrt zurück auf den Prinzipalmarkt.