Senioren entdecken das Internet

Sie werden belächelt, doch der Trend ist nicht mehr aufzuhalten. Die Senioren gehen immer mehr ins Internet. Aber es zeigt sich auch, im gehobenen Alter ist es immer noch eher eine Männersache ins Internet zu gehen. Da die Jüngeren zum Glück nachrücken, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis dieser Unterschied verschwunden ist.

Im Jahr 2015 nutzten 1,6 Millionen Seniorinnen und Senioren (ab 65 Jahren) in Nordrhein-Westfalen das Internet für private Zwecke. Damit waren 40 Prozent der Personen in diesem Alter mindestens einmal im Internet unterwegs, um z. B. E-Mails zu schreiben oder zu empfangen, Informationen zu suchen oder Waren und Dienstleistungen zu kaufen. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als amtliche Statistikstelle des Landes anlässlich des Welt-Internet-Tages (29. Oktober 2016) mitteilt, ist der Anteil der älteren Internetnutzer damit im Vergleich zum Jahr 2010 (damals 34 Prozent) um sechs Prozentpunkte gestiegen. Von den männlichen Senioren war im Jahr 2015 gut die Hälfte (52 Prozent), von den Seniorinnen fast jede dritte (31 Prozent) im Internet unterwegs.

Jüngere waren natürlich häufiger im Internet aktiv als Ältere: Während bei den 10- bis 44-Jährigen im Jahr 2015 nahezu alle Personen das Internet nutzten (97 Prozent), waren es bei den 45- bis 64-Jährigen etwa neun von zehn (88 Prozent) Personen.

67 Prozent der älteren Internetnutzer war täglich oder fast jeden Tag im World Wide Web unterwegs. Nach Geschlecht zeigt sich hier ein unterschiedliches Verhalten: 57 Prozent der über 64-jährigen Frauen surften täglich oder fast jeden Tag im Netz. Bei den Männern in dieser Altersgruppe waren es 74 Prozent.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer EU-weiten Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in privaten Haushalten ermittelt. Diese wird jährlich im ersten Quartal durchgeführt. 2015 wurden in NRW 4 995 Personen ab zehn Jahren in 2 440 Haushalten befragt. Internetnutzer sind hier Personen ab zehn Jahren, die die letzten drei Monate vor der Befragung im Internet aktiv waren.