Sharing Economy – Visionen für Städte

Welche Folgen haben neue Geschäftsmodelle der “Sharing Economy” wie etwa die Fahrdienstvermittlung Uber oder die Unterkunftsvermittlung Airbnb für die Städte? Das war Thema der Eurocities-Jahrestagung mit Repräsentanten in Mailand. Auf Einladung des europäischen Großstädte-Netzwerks trafen sich Repräsentanten aus 114 Kommunen. Oberbürgermeister Markus Lewe war dort gemeinsam mit Vertretern aus Amsterdam, Bologna, Lissabon, Lubljana und Mailand Podiumsteilnehmer.

Das zeitweilige Bereitstellen von Gegenständen, Räumen, Wissen und anderen Ressourcen, die man selbst nicht dauerhaft benötigt, beschert vielen jungen Unternehmen traumhafte Wachstumsraten. Sie nutzen das Internet, um die Angebote zu vermitteln und zu koordinieren. Zugleich ersetzen sie dadurch traditionelle Unternehmensstrukturen und -organisationen.

Die boomende Sharing Economy wird die Städte vor neue Fragen stellen. Was muss, was darf reguliert werden? Wann hemmen Vorschriften kreatives Potenzial, wann und wie kann die Kommunalpolitik neue Unternehmen aus der Sharing Economy fördern? Die Städte werden darauf schon bald Antworten geben müssen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz war die Neugestaltung der Europäischen Union. Die Kommunalpolitiker aus ganz Europa waren sich einig: Frieden, Solidarität, lebenswerte Städte – was in Jahrzehnten erreicht worden ist, muss bewahrt und ausgebaut werden.

Zugleich gilt es die Distanz zwischen den Institutionen und den Bürgern der EU abzubauen. Dabei können und müssen die europäischen Städte eine Schlüsselrolle spielen, bekräftigten die Vertreter der Kommunen in einem Offenen Brief an die Europäische Kommission. Europa müsse aus Sicht seiner Kommunen neu gedacht werden. Schließlich werden schon im Jahr 2020 rund 80 Prozent aller EU-Bürger in Städten leben.

Oberbürgermeister Lewe: “Auf Veranstaltungen wie der in Mailand werden Visionen für Städte geboren. Es ist erstaunlich, wie bereichernd der Austausch mit anderen europäischen Kommunen ist.”