Ehrenamt mit Auszeichnung

Am gestrigen Montagabend, fand der Internationale Tag des Ehrenamtes statt. Grund genug für Oberbürgermeister Markus Lewe, auf Beschluss des Rates der Stadt Münster, elf ehrenamtlich tätige Münsteranerinnen und Münsteraner mit der Münster-Nadel auszuzeichnen. Die Verleihung von Urkunde und Nadel erfolgte am Abend, im Festsaal des Rathauses.

Markus Lewe bezeichnete die ehrenamtlichen Helfer als Geschichtsschreiber und Gestalter der Stadt, die für uns, unsere Kinder und Kindeskinder an diesem Ort, etwas Gutes getan haben. Das Ehrenamt ist von genereller Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für das Funktionieren des Gemeinwesens.

Folgende Personen wurden mit der Ehrennadel gewürdigt:

Ralf Bisselik

koordiniert und leitet die „Flüchtlingshilfe Münster SüdOst“ – einen ökumenischen Arbeitskreis, bei dem Menschen ehrenamtlich den Flüchtlingen in Angelmodde, Gremmendorf und Wolbeck unterschiedliche Hilfestellungen geben.

Der Arbeitskreis wird von Herrn Bisselik und Herrn Pfarrer Hawerkamp geleitet und von zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfern unterstützt. Herr Bisselik steht stellvertretend für das große Engagement all dieser Menschen.

Die Ehrenamtlichen engagieren sich in den unterschiedlichsten Bereichen: Von der Begrüßung bis zum Sprachunterricht, von der Sammlung von Sachspenden bis zur Begleitung zur Ärzten oder einfach einem Kaffeetrinken: Die Hilfestellungen sind vielfältig.

Ihm und ihnen ist es zuzuschreiben, dass sich die Flüchtlingshilfe für die mittlerweile rd. 1800 Flüchtlinge in den genannten Stadteilen so entwickelt und zusammengefunden hat.

Marie-Anna „Marianne“ Bußmann

ist Gründungsmitglied (2001) und aktives Mitglied des Initiativkreises Hoppengarten, der sich für die Betreuung von Kindern und Jugendlichen der Flüchtlingsunterkunft Hoppengarten einsetzt sowie von Schülern und Schülerinnen der Thomas-Morus-Grundschule mit Mirgrationshintergrund.

In nunmehr 15 Jahren gibt es kaum eine Tätigkeit, die Frau Bußmann nicht schon einmal selbst erledigt hat: Von regelmäßiger Hausaufgabenhilfe, Deutschkursen für Erwachsene, Unterstützung von Flüchtlingen bei Behördengängen und Arztbesuchen oder die stetige Pflege von Kontakten zu Kirchengemeinden, Stadt und anderen Einrichtungen – Frau Bußmann ist Organisatorin, Ansprechpartnerin und Ratgeberin für alle Helferinnen und Helfer.

Durch ihr stetiges außergewöhnliches Engagement, Eigeninitiative, aber auch ein hohes Maß an Nächstenliebe entstehen Feiern und Feste, zu denen Frau Bußmann auch mal gefüllte Taschen mit Stutenkerlen für die Kinder beisteuert. So heißt es auch, es sei „ein gewohntes Bild, Frau Bußmann mit ihren über 80 Jahren und zirak 10 Kindern im Schlepptau unterwegs zu sehen“.

Hedwig Chudziak

war von 2004 bis 2015 stellvertretende Vorsitzende bzw. Beisitzerin im Vorstand des Seniorenrat Münster e.V. In dieser Funktion hat sie nicht nur über Jahre die Mitgliederkartei betreut, sondern auch in sehr persönlicher Art und Weise allen Mitgliedern zum 80. und ab dem 85. Geburtstag eine Glückwunschkarte zukommen lassen.

Frau Chudziak war maßgeblich an der Vorbereitung und dem Aufbau der Kommunalen Seniorenvertretung Münster beteiligt – von Anfang 2013 bis Ende 2015 gehörte sie ihr selbst an.

Ihr ehrenamtliches Engagement hat sie stets neben ihrer Verpflichtung als Mutter von fünf Kindern verfolgt. In ihrer Art, diese familiären und ehrenamtlichen Verpflichtungen zu verbinden, ist Frau Chudziak ein Vorbild – ihr unerlässlicher Einsatz für die Stadtgesellschaft ist eine Bereicherung für Münster.

Horst Denecke

ist seit über 25 Jahren aktiv in der Förderung und Pflege der Beziehungen zwischen Münster und der Partnerstadt Fresno. Von 1989 bis 2004 war er Geschäftsführer des Vereins zur Förderung des Jugendaustausches Münster-Fresno; von 2004-2015 Vorsitzender des Vereins, der mittlerweile den Namen „Partnerschaftsverein Münster-Fresno“ trägt.

Sein Einsatz und seine Tätigkeiten waren vielfältig: Organisation des Auswahlverfahrens der Austauschschüler in Münster, diverse Vorbereitungstreffen mit den Schülern und Eltern, Organisation des Aufenthaltes der amerikanischen Freunde in Deutschland einschließlich Welcome und Farewell Party oder aber die Planung der 14-tägigen Rundfahrt durch den Südwesten Amerikas.

Herr Denecke hat in all den Jahren viel Herzblut in den Austausch und die Förderung der Münster-Fresno-Beziehungen gesteckt. Es ist maßgeblich sein Verdienst, dass der Austausch über die Jahre hinweg nicht zum Erliegen gekommen ist.

Karl Franke

engagiert sich seit Jahren vielfältig im Stadtteil Hiltrup; sowohl im Männergesangverein 1848 Hiltrup e.V. als auch in der Stadtteiloffensive Hiltrup e.V. bringt sich Herr Franke unerlässlich ein.

Seit 1994 leistet Herr Franke Vorstandsarbeit im MGV – dazu gehört die Organisation von Frühjahrskonzerten und Wohltätigkeitssingen. Seit 2004 ist er zudem Vorsitzender des Chores – und hat 2009 den Frauenchor Chorisma in Hiltrup gegründet.

Neben diesem Engagement ist Herr Franke seit 2005 Mitbegründer des Infopunktes Hiltrup. Von 2007 bis 2008 hat er zur Vorbereitung und Gründung des Vereins „Stadtteiloffensive Hiltrup“ beigetragen und ist seither 2. Vorsitzender des Vereins. Seit Gründung hat er an vielen Projekten mitgewirkt, die dem Stadtteil Hiltrup zugutekamen: Stromkasten-Gestaltung durch Vereine, die Organisation des Hiltruper Brückenfests oder Unterstützung für das Projekt „Offener Bücherschrank“.

Mit seinem Wirken hat Herr Franke einen großen Mehrwert für den Stadtteil Hiltrup geschaffen – und tut es auch heute noch.

Barbara Kemmler

gründete in 1992 das „Cactus Junges Theater“ in Münster. Im Mittelpunkt Ihrer Arbeit stehen Jugendliche und junge Erwachsene, mit besonderem Augenmerk auf solche mit Migrationshintergrund: Frau Kemmler fordert und fördert das Erlernen der deutschen Sprache. Die Projekte des Cactus-Theaters erhielten inzwischen eine Reihe von Auszeichnungen und Preisen u.a. im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“.

Frau Kemmler erbringt nunmehr seit Jahrzehnten großen persönlichen Einsatz, um jungen Menschen auf ihrem Lebenswegen Orientierung zu geben. Sie leistet Integrationshilfe, organisiert und leitet Sprachförderung und Sprechförderung, vermittelt Praktika und moderierte bei Konflikten mit den Eltern. Bei all ihrem Engagement arbeitet sie eng mit dem Integrationsrat und der gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. zusammen.

Frau Kemmler prägt den Lebensweg vieler junger Menschen entscheidend mit. Ihr Tun ist wahrer Gewinn für unsere Stadtgesellschaft.

Zarmina Khorosh

engagiert sich seit über 20 Jahren vielfältig und ehrenamtlich in der Stadtgesellschaft Münster.

Seit 1995 ist Frau Khorosh Leiterin der Afghanischen Kulturgruppe, die sich regelmäßig im Begegnungszentrum Sprickmannstraße trifft und an vielen interkulturellen Veranstaltungen teilnimmt. Sie engagiert sich bei der Planung und Durchführung gemeinsamer Aktivitäten wie z.B. dem internationalen Frauenfest mit ca. 100 Teilnehmerinnen und seit 2011 bei der Leitung und Durchführung des gesunden, internationalen Samstagvormittags-Frühstücksangebots im BGZ. Außerdem ist sie Co-Leiterin beim wöchentlichen Frauenschwimmen für Migrantinnen.

Zudem arbeitet sie seit mittlerweile sechs Jahren als Helferin bei der Münster-Tafel vor Ort in Kinderhaus mit und engagiert sich in der Mieterinitiative Kinderhaus.

Frau Khorosh leistet durch ihren persönlichen Einsatz einen wichtigen Beitrag für die Münsteraner Gesellschaft.

Felix Ruben Manrique Barrera

Seit 2010 ist Herr Manrique Barrera Mitglied im Integrationsrat der Stadt Münster. Zudem führt er den Integrationsverein Upla e.V., dessen Zielsetzung es ist, den deutsch-lateinamerikanischen Dialog anzustoßen und ein deutsch-lateinamerikanisches Netzwerk in Münster und Umgebung aufzubauen.

Der Verein organisiert unter der Leitung von Herrn Manrique Barrera z.B. die „Lateinamerika Wochen“, welche eine große interkulturelle Bereicherung für die Stadt darstellen und bereits einen festen, traditionellen Platz im kulturellen Leben unserer Stadt haben.

Durch die Aktivitäten des Vereins und Herrn Manrique Barreras wird ein wertvoller Beitrag zur Solidarität und zum friedlichen Zusammenarbeiten in Münster geleistet.

Deler Saber

ist bereits seit 2004 Mitglied im Ausländerbeirat und Integrationsrat der Stadt Münster.

Zudem führt er den Integrationsverein AFAQ e.V., den er 2012 gegründet hat: AFAQ e.V. ist ein gemeinnütziger Verein für gesellschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit. Das arabische Wort „Afaq“ bedeutet „Horizont“ und symbolisiert die Vielfältigkeit der Vereinsmitglieder.

Der Verein bietet unter der Leitung von Herrn Saber vielfältige Aktivitäten an, die für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund von Bedeutung sind. Dazu gehören Veranstaltungen wie „Internationale Trachtenzeremonien“, „In Münster heimisch werden“ oder Lesungen mit bekannten Schriftstellern und Schriftstellerinnen.

Gleichzeitig setzt sich der Verein für Flüchtlinge aus verschiedenen Teilen der Welt ein; unterstützt bei Behördengängen, beim Dolmetschen oder leistet Hilfe für Kinder in der Schule.

Herr Deler Saber prägt die Willkommenskultur in Münster entscheidend mit und leistet somit einen wichtigen Mehrwert für unsere Stadt.

Margret Wächter

gilt als gute Seele und stille Helferin, die sich vielfältig ehrenamtlich für andere engagiert: Seit vielen Jahren kümmert sie sich bei der „Offenen Weihnacht“ – ein Angebot für alleinstehende und einsame Menschen – um Dekoration und Ambiente und sorgt auch durch persönliche Ansprache und Gespräche dafür, dass sich jeder wohl fühlt.

In der Evangelischen Kirchengemeinde arbeitet sie seit vielen Jahren im Seniorenforum mit und kümmert sich hier unter anderem für das Ausrichten und Anbieten eines regelmäßigen Frühstücks für Senioren.

Bei unzähligen Krankenhausbesuchen kümmert sich Frau Wächter um alleinstehende und einsame Menschen und gibt diesen Menschen das Gefühl, dass sie eben nicht allein sind. Nach Entlassung kocht sie für Patienten, die dazu noch nicht selbst wieder in der Lage sind.

Und auch beim offenen Bücherschrank Hiltrup und dem Kulturbahnhof Hiltrup ist Frau Wächter stetig engagiert.

Frau Wächter erbringt außergewöhnliche Leistungen für unsere Stadt.

Hermann Weber

engagiert sich vielfältig in seinem Stadtteil Amelsbüren und leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für die Stadtgesellschaft, so zum Beispiel als Schiedsmann im Bezirk 16 Amelsbüren.

In 2011 hat Herr Weber mit einigen Mitstreitern den Kulturverein Amelsbüren gegründet; seitdem ist er dessen 1. Vorsitzender. Unter seiner Leitung tut der Verein vieles für den Stadtteil: Ob die Beschaffung neuer Sitzbänke entlang des Dortmund-Ems-Kanals, ein überdachter Rastplatz am Dortmund-Ems-Kanal oder die Sanierung des „Bahn-Pättken“, das die Deermannstraße mit der Ottmarsbocholter Str. verbinden. Zudem organisiert der Verein zahlreiche Kulturveranstaltungen.

Einen ganz besonderen Beitrag hat Herr Weber zur Verkehrsunfallprävention in der Stadt Münster beigetragen. Der gleichnamigen Steuerungsgruppe gehört er seit 2007 an und brachte wertvolle Erfahrungen aus Jahren der beruflichen Tätigkeit als Verkehrsunfallanalytiker ein. In dem Zusammenhang hat Herr Weber mehrere hundert Unfallakten der Polizei gesichtet und konnte zur Entwicklung eines städtischen Handlungsstrategie beitragen – alles ehrenamtlich.