Mehr Möglichkeiten für Unternehmen in der Grenzregion

Durch Europa ist es Firmen aus Münster möglich in den ganzen europäischen Wirtschaftsraum zu exportieren. In Deutschland hängen Millionen von Arbeitsplätze an den Export in diesen Raum ab. Darum traf sich OB Lewe mit seinen “MONT-Kollegen” um die Möglichkeiten und Chancen einer grenzüberschreitenden Ausschreibung öffentlicher Aufträge für die Wirtschaft beim MONT-Spitzentreffen in Enschede zu erörtern. MONT steht für die langjährige Kooperation im Städtedreieck Münster, Osnabrück, Netzwerkstadt Twente. Eine grenzüberschreitende Ausschreibung eröffnet den Unternehmern in der MONT-Region einen besseren Zugang zu öffentlichen Aufträgen auf beiden Seiten der Grenze. Allerdings bilden die Sprache und Unterschiede im Bereich der Vorschriften und der Gesetzgebung häufig Barrieren. Der Vorsitzende des Spitzentreffens, Bürgermeister Onno van Veldhuizen aus Enschede, setzt auf Veränderung: “Nichts ändert sich, wenn wir keine weitreichende Initiative ergreifen. Wir sollten mindestens ein Unternehmen jenseits der Grenze in das öffentliche Ausschreibungsverfahren einbeziehen.”

Darüber hinaus wurden Lösungen zum Abbau der Sprachbarrieren diskutiert. Genannt wurden das Angebot in Grundschulen, die niederländische und die deutsche Sprache und Kultur zu lernen sowie der Austausch von Personal der Stadt- und Gemeindeverwaltungen. “Es ist unser Ziel, Strukturen, Organisationen und Kulturen gegenseitig noch besser kennenzulernen und somit auch noch besser zu verstehen”, formulierte Oberbürgermeister Markus Lewe aus Münster die Hintergründe der aktuellen Aufgabenstellung.

Auch die unterschiedliche Situation am Arbeitsmarkt in Deutschland und in den Niederlanden wurde thematisiert. Hier bieten sich Möglichkeiten der gegenseitigen Ergänzung. In Deutschland gibt es zurzeit einen Fachkräftemangel. Dieser Mangel bietet Möglichkeiten für Arbeitssuchende in den Niederlanden. Der Plan “Twente werkt” zielt auf die Vermittlung von 300 niederländischen Arbeitssuchenden auf offene Stellen in Deutschland ab. Enschede hat 2016 bereits 100 Arbeitssuchende in Deutschland vermittelt.

Oberbürgermeister Markus Lewe verweist in diesem Zusammenhang auf die niederländische Kindertagespflegerin aus Enschede, die seit August 2015 in einer Kindertagesstätte in Münster arbeitet. Außerdem startet ein Pilotprojekt mit der Caritas, einem großen deutschen Arbeitgeber im Gesundheitswesen. Das Pilotprojekt zielt auf die Weiterbildung der Pflegekräfte aus den Niederlanden und die Unterstützung bei der Anerkennung der Berufsausbildung von niederländischen Pflegekräften in Deutschland. Diese Maßnahmen, die aus dem Pakt für einen grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt hervorgehen, leisten einen Beitrag zur Beseitigung des Fachkräftemangels in Deutschland und zur Senkung der Arbeitslosigkeit in den Niederlanden.