Neujahrsgruß aus Coesfeld

Liebe Leserinnen und Leser,
ein bewegtes, ereignisreiches und teilweise auch schwieriges Jahr liegt hinter uns. Nach dem Anschlag von Berlin ist die Angst vor Terror und Attentaten insgesamt groß. Wir dürfen uns jedoch nicht verunsichern lassen, denn genau das wollen die feigen Täter erreichen. Natürlich müssen wir wachsam sein, auch hier im ländlichen Kreis Coesfeld, fernab der Metropolen. In enger Zusammenarbeit des Kreises mit der Polizei, den Städten und Gemeinden werden wir die Vorkehrungen für Großveranstaltungen überprüfen und intensivieren. Auch unsere Krisenstabsarbeit werden wir vor diesem Hintergrund weiter ausbauen.

Andere unerwartete Dinge sind in 2016 geschehen: Das Brexit-Referendum und die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sind große Zäsuren, die uns allen noch lange in Erinnerung bleiben werden. In beiden Fällen bleibt abzuwarten, wie sich dies ganz konkret auf die internationale Politik und damit auch auf unser Land auswirkt. Als Europaschulen betrachten unsere Berufskollegs jedenfalls die Weiterentwicklung der EU mit Sorge. Jungen Menschen, die ganz selbstverständlich in einem geeinten Europa aufgewachsen sind, ist der Austritt Großbritanniens nur sehr schwer zu vermitteln.

Doch nicht nur hohe Politik hat uns beschäftigt, auch hier vor Ort hat sich einiges getan. Für den Kreis Coesfeld war 2016 ein besonderes, nämlich ein Jubiläumsjahr: Nicht nur, dass wir an die Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen vor 70 Jahren erinnern konnten, wir haben auch die Gründung der Altkreise Lüdinghausen und Coesfeld durch Preußen vor genau 200 Jahren begangen – mit einem vielfältigen Programm. Ein Höhepunkt war sicher der offizielle Festakt im November. Aber vor allem haben wir mit Ihnen zusammen gefeiert: Mehrere Tausend Bürgerinnen und Bürger kamen im Mai zu unserem „Tag der offenen Tür“ in die Coesfelder Kreishäuser. Ein wunderbarer Erfolg war auch das große, vom Kreisarchiv erarbeitete Quiz zur Kreisgeschichte: Unter genau 1.333 Einsendungen wurden 50 schöne Sachpreise verlost. Mit einer achtteiligen Zeitungsserie haben wir die Entwicklung der beiden Kreise Revue passieren lassen. Ein besonderer Bildband, der die Geschichte unseres Kreises an ausgewählten Gebäuden festmacht, erscheint in 2017.

Weitere Haupthemen des Jahres waren Umwelt- und Klimaschutz. Im November haben wir die neu geschaffene Funktion einer Klimaschutzmanagerin in der Kreisverwaltung besetzt; im Dezember konnten wir im Coesfelder Kreishaus ein eigenes Blockheizkraftwerk in Betrieb nehmen, das Strom und Wärme erzeugt. Immerhin werden so 15 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Der Kreis hat schon einiges unternommen, um seine Liegenschaften energetisch zu ertüchtigen. Dennoch bleibt noch Potenzial, das wir auch im Neuen Jahr weiter ausschöpfen werden.

Viele Kreisbeschäftigte haben sich an dem Programm „Mit dem Rad zur Arbeit“ beteiligt – und sind zum Beispiel regelmäßig aus Billerbeck oder Münster zum Kreishaus nach Coesfeld geradelt. Viele Tausend Kilometer sind so in wenigen Monaten zusammengekommen. Bei einem Mobilitätstag, den wir im Rahmen der Regionale 2016 veranstaltet haben, konnten sich die Kolleginnen und Kollegen über umweltfreundliche Fortbewegungsmittel informieren.

Das passt zur gesellschaftlichen Entwicklung: In seiner vielbeachteten Enzyklika „Laudato si“, die sich vor allem auch dem Thema Umwelt widmet, schreibt Papst Franziskus: „Das Klima ist ein gemeinschaftliches Gut von allen und für alle.“ Klimaschutz geht uns alle an; durch unser individuelles Verhalten können wir sehr viel dazu beitragen, das Klima und damit die Schöpfung insgesamt zu bewahren. Fast 50 Prozent der CO2-Emissionen werden im Kreis Coesfeld durch Autos verursacht – das ist ein erheblicher Anteil. Deshalb appelliere ich an Sie alle: Fassen Sie einen guten Vorsatz für das Neue Jahr; lassen Sie im Alltag möglichst oft das Auto stehen, um Erledigungen mit dem Fahrrad zu machen oder den ÖPNV zu nutzen.

An dieser Stelle wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Freunden ein erfolgreiches, rundum gutes und gesegnetes Neues Jahr.

Herzliche Grüße
Ihr

Landrat
Dr. Christian Schulze Pellengahr