Ziel ist die plastiktütenfreie Einkaufsstadt

Münster ist auf dem Weg zur plastiktütenfreien Einkaufsstadt dank Initiativen, der zahlreichen lokalen Akteure, schon sehr weit. Bei einem gemeinsamen Pressetermin schärften Vertreter der Stadt, der Kaufleute und des Handels sowie lokaler Akteure aus Münster das Bewusstsein dafür, dass jeder durch den Verzicht auf Plastiktüten aktiv zur Reduktion von Plastikmüll und zu nachhaltigem Konsum beitragen kann.

Pro Kopf verbrauchen die Deutschen nach Angaben des Umweltbundesamtes 70 Plastiktüten pro Jahr. Der Großteil der Tüten wird aus fossilem Rohöl, einer endlichen Ressource, hergestellt. Viele landen nach einmaligem Gebrauch im Müll oder in der Umwelt. In der Natur entsorgtes Plastik beeinträchtigt die Ökosysteme und gefährdet Lebewesen.

Ein Großteil der münsterschen Kaufleute, insbesondere der Innenstadtkaufleute, verzichtet bereits auf die Ausgabe von Plastiktüten oder gibt diese nur noch gegen ein Entgelt ab. Viele bieten ihren Kunden langlebige Mehrwegtaschen als Alternative an. Wegweisend dafür war auch die freiwillige Selbstverpflichtung des Handels, Plastiktüten nur noch gegen Entgelt auszugeben. “Seit Juli 2016 gilt diese Selbstverpflichtung, schon jetzt sind über die teilnehmenden Unternehmen 50 Prozent weniger Plastiktüten ausgegeben worden”, unterstreicht Michael Radau, Präsident des Handelsverbandes NRW.

Greenpeace hat die Initiative “Münster Plastiktütenfrei” ins Leben gerufen. “Rund 40 Läden in Münster haben sich dieser Aktion bereits angeschlossen und verzichten seitdem komplett auf Plastiktüten”, so Lukas Reinhardt. Die Interessengemeinschaft der Marktbeschicker hat in Kooperation mit Greenpeace eine Aktion umgesetzt, um Einweg-Tüten zur Verpackung von Obst und Gemüse, Fleisch, Käse und Backwaren zu reduzieren. Seit September sind dazu 15 000 umweltfreundliche und recycelte Markttaschen an die Kunden verteilt worden.

Die Umweltberatung der Stadt informiert und berät im Stadtwerke-City-Shop, zum Beispiel zur Ökobilanz handelsüblicher Tüten und Tragetaschen. Grundsätzlich sollte auf Einwegtüten verzichtet werden, unabhängig vom Material. Denn selbst die Tüten aus Papier schneiden in der Ökobilanz nicht gut ab, weil für die Herstellung relativ viel Energie benötigt wird. Die umweltfreundlichste Alternative sind langlebige Mehrwegtaschen, Körbe oder Rucksäcke, die immer wieder zum Einsatz kommen. Damit sich schon früh ein Bewusstsein für Abfallvermeidung, Ressourcen- und Umweltschutz entwickelt, sprechen die Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) Kitas und Schulen mit altersgerechten abfallpädagogischen Angeboten an.

“Es ist wichtig, dem Prozess des Umdenkens kontinuierlich Impulse zu geben. Das betrifft Plastikabfall allgemein, nicht nur die Plastiktüte. Über gezielte Aktionen und Aufklärungsarbeit zur Vermeidung wollen wir Verbraucherinnen und Verbraucher motivieren, ihr Einkaufsverhalten zu überdenken”, betont Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck das lokale Engagement. Dass die Abschaffung der Plastiktüte nur ein Schritt zur Reduzierung von Plastikmüll sein kann, weiß man auch bei Rewe. “Wir arbeiten an weiteren Möglichkeiten zur Reduzierung von Plastikverpackungen im Lebensmitteleinzelhandel”, so Martin Nientied.