Münster – Teure Eigentumswohnungen im Trend

Der Immobilienmarkt in Münster war 2016 – wie in den Vorjahren auch – von weiter steigenden Preisen geprägt. “Mit knapp 2500 Kaufverträgen wurden deutlich weniger Verträge registriert als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre”, erläutert der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Münster, Michael Tegtmeier, anlässlich der Vorstellung des aktuellen

Michael Tegtmeier, Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Münster, erläutert den Grundstücksmarktbericht 2017.

Grundstücksmarktberichtes.

Für den Bericht hat der Gutachterausschuss alle Kaufverträge aus dem Stadtgebiet Münster erfasst und ausgewertet. Besonders bei den unbebauten Grundstücken gab es deutlich weniger Verträge. Mit nur 162 Grundstücken für Einfamilienhäuser wurden nochmals fast 60 Grundstücke weniger als 2015 verkauft. Die Preise sind jedoch 2016 mit 3 Prozent nur noch leicht gestiegen. Der Anteil der städtischen Verkäufe ist seit Jahren niedrig und liegt mit 32 Verträgen noch unter dem Vorjahresniveau.

Nicht so stark ist der Rückgang bei den bebauten Grundstücken. So wechselten rund 630 Ein- und Zweifamilienhäuser den Besitzer. Dieser Wert liegt nur leicht unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, bedeutet aber dennoch einen Rückgang gegenüber 2015 um rund 30 Verträge. Freistehende Einfamilienhäuser kosteten 2016 im Mittel rund 450 000 Euro, typische Doppelhaushälften lagen zwischen 200 000 und 560 000 Euro, Reihenhäuser gab es für 150 000 bis 390 000 Euro. Die Preise stiegen gegenüber 2015 um rund 6 Prozent, bei den Mehrfamilienhäusern um rund 10 Prozent. 88 Kaufverträge für Mehrfamilienhäuser hat der Gutachterausschuss 2016 registriert. “Das ist ein um rund 50 Prozent höherer Wert für dieses Segment als 2015 und die höchste Zahl an Verkäufen von Mehrfamilienhäusern seit 2009”, stellt Michael Tegtmeier fest.

Bei den Eigentumswohnungen registrierte der Gutachterausschuss leicht höhere Verkaufszahlen als 2015. Mit etwas mehr als 1300 Verträgen waren es 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Beim Ersterwerb hält der Trend zu den hochpreisigen Wohnungen weiterhin an. Während vor 5 Jahren nur 5 Prozent der Neubauwohnungen für über 4000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche verkauft wurden, liegt dieser Anteil aktuell bei 60 Prozent. Im Durchschnitt kosteten 2016 neue Eigentumswohnungen gut 4300 Euro pro Quadratmeter. Gebrauchte Wohnungen waren deutlich günstiger zu haben: von rund 1650 Euro pro Quadratmeter in den äußeren Stadtteilen bis zu 3200 Euro im zentrumsnahen Bereich. Beim Ersterwerb wurde im Schnitt eine Preissteigerung von 4 Prozent, bei den gebrauchten Wohnungen von 5 Prozent verzeichnet.

Der in den letzten Jahren anhaltende Trend zu höheren Grundstückspreisen war Anlass für den Gutachterausschuss, die Bodenrichtwerte, die jährlich für unbebaute Grundstücke beschlossen werden, nochmals spürbar anzuheben: in den äußeren Stadtteilen in der Regel um 10 Prozent, im Zentrum und in den zentrumsnahen Stadtteilen um 20 Prozent, teilweise auch mehr.

Sämtliche aktuellen Zahlen enthält der Grundstücksmarktbericht 2017. Diesen gibt es für 30 Euro im Kundenzentrum im Stadthaus 3, Albersloher Weg 33 und in der Münster-Information im Stadthaus 1, Heinrich-Brüning-Straße. Die Bodenrichtwertkarte, die die aktuellen durchschnittlichen Grundstückswerte enthält, ist dort ebenfalls zum Preis von 30 Euro erhältlich.

Auch unter der Internet-Adresse www.boris.nrw.de können Bodenrichtwerte für ganz Nordrhein-Westfalen und durchschnittliche Immobilienpreise für einen großen Teil des Landes abgefragt werden. Es gibt außerdem eine kostenfreie Ausgabe des Grundstücksmarktberichtes zum Download. Auch die übrigen Daten zur Wertermittlung werden kostenfrei abgegeben.