Kriegsgeld aus Münster

Vor hundert Jahren gab die Stadt Münster eigenes Geld heraus. Hintergrund für diese eigentlich illegale, aber geduldete Maßnahme war der massive Kleingeldmangel im Ersten Weltkrieg. Seit Beginn des Kriegs horteten viele Privathaushalte Kleingeld und der Staat sorgte nicht für ausreichend Nachschub, sondern zog sogar noch Münzen ein, die aus kriegswichtigem Material wie Nickel bestanden. Viele deutsche Städte gingen dazu über, eigenes Kleingeld zu produzieren. Anlass für die erste münstersche Notgeldprägung war die im ganzen Deutschen Reich vom 1. bis 3. Juni 1917 angesetzte Spendensammlung für die U-Boot-Flotte. Damit Münster im reichsweiten Vergleich der Spenden glänzen konnte, gab die Stadt Münzgeld aus, das möglichst direkt in die Spendenboxen wandern sollte. In einer Vitrine im Foyer zeigt das Stadtmuseum Prägestempel und Münzen des Notgeldes aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.