Der Geburtstag des Fahrrads

Bild:Gemeinfrei

Am heutigen Tag vor exakt 200 Jahren, begab sich der Freiherr Karl von Drais, nach glaubwürdigen Zeugnissen, auf seine erste Fahrt mit der damals noch Laufmaschine genannten Zweiradkonstruktion, welche in der Weiterentwicklung das heutige Fahrrad darstellt. Die „Fahrmaschine“ bewegte ihren Erfinder ohne Pferd, Ochsen oder andere Zugtiere, ganz allein mit der Kraft des auf ihr sitzenden Fahrers, von Mannheim bis an das Schwetzinger Rebenhaus und wieder zurück. Die Strecke wurde zu der Zeit noch in Poststunden berechnet, wobei eine Poststunde immerhin 3707 Meter betrug.

Drais, der damals also 4 Poststunden Weg gefahren war, hat mit der neuartigen Maschine jenen steilen Gebirgsweg in ungefähr einer Stunde zurückgelegt. So schaffte er es mit dieser neuartigen Fahrmaschine zu überzeugen. Wer im Münsterland aufwächst, braucht in der Regel keine Überzeugung um sich mit dem Fahrrad anzufreunden.

Den Siegeszug hat das Fahrrad mittlerweile nicht nur in Deutschland angetreten. Hier nutzen von etwa 82 Millionen Einwohnern, 72 Millionen das Fahrrad, wie der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) schätzt. Weltweit gehört das Fahrrad auch zu den meistgenutzten Verkehrsmitteln der Welt.

Nach Angaben von Münster Marketing gibt es in Münster mittlerweile über 600.000 Fahrräder, denn jeder Einwohner hat im Durchschnitt zwei Stück. Die Fahrradhauptstadt Münster hält sich allerdings bei Ehrungen des beliebtesten Fortbewegungsmittels deutlich zurück. Eine nach dem Erfinder benannte Örtlichkeit, wie Straße, Weg oder Platz gibt es bislang noch nicht. Auch den Tourstart des weltweit wichtigsten Fahrradrennens „Tour de France“, gibt es nicht in der westfälischen Fahrradhauptstadt. Nachdem Münster nicht zugeschlagen hatte, griff Düsseldorf sich den Garanten der Aufmerksamkeit und erwartet zum Start etwas mehr als eine Million Besucher.

Ein Hinweis für Fahrradfans – Eine 20-Euro-Gedenkmünze wird noch im Juli 2017 vom Bundesfinanzministerium herausgegeben


Die auch unter dem Namen „Draisine“ bekannte Eisenbahn-Draisine, wurde allerdings nicht von Karl von Drais erfunden, aber nach ihm benannt. Da Drais die Grundidee (Wagen ohne Pferd) für sich beanspruchte.