Skulpturenpflege für den Kunstschatz

1977 noch Ziel ungestümer Proteste, Jahrzehnte später ein Markenzeichen Münsters: Die Pool Balls am Aasee. Spätestens am Donnerstag (8. Juni) zeigen sie sich so, wie Claes Oldenburg die Kugeln einst aufrollen ließ – ohne Farbe, im schlichten grauen Beton. Im Vorfeld der „Skulptur Projekte“ hat die Stadt die ohnehin kontinuierliche Pflege ihres open-air-Kunstschatzes noch einmal intensiviert. Wenige Tage vor der Eröffnung der 5. Ausgabe sind nahezu 30 Kunstwerke vom Schmutz befreit, neu beschichtet oder repariert.

Darunter ist auch der hölzerne Pardo-Steg wenige 100 Meter hinter den Billardkolossen. Nach dem Austausch von 20 Brettern ist für den sicheren Tritt auf dem 40 Meter langen Pier gesorgt. Die Außenhaut des sechseckigen Pavillons am Seesteg ist inzwischen frei von Graffitis. Das gilt auch für ein Objekt der „ersten Stunde“ aus der Skulpturenschau 1977: Die beiden konzentrischen Betonringe, die der amerikanische Künstler Donald Judd auf einem Geländehang am Aasee postierte, wurden sorgsam gereinigt.

Münsters Skulpturen dokumentieren – weltweit einmalig – die Entwicklung von Kunst, öffentlichem Raum und Urbanität über Jahrzehnte hinweg. Die Pflege der Objekte läuft in Abstimmung zwischen der Kunsthalle Münster und dem Amt für Immobilienmanagement – beide halten überdies engen Kontakt zu den Künstlerinnen und Künstlern. Wie zu Thomas Schütte. Handwerker legen in diesen Tagen letzte Hand an dessen „Kirschensäule“ von 1987 an, polieren das lackierte Aluminium-Paar und säubern die Natursteinsäule.

Pünktlich zum Start der „100 Tage Schau“ ist auch „Art and Music“ aus dem Depot zum Domplatz zurückgekehrt. Das Objekt von Richard Tuttle, einem Notenschlüssel ähnlich, musste aufgrund von Bauarbeiten am Fürstenberghaus eingelagert werden und ist jetzt neu verschraubt.

Pünktlich zum Start der „100 Tage Schau“ ist auch „Art and Music“ aus dem Depot zum Domplatz zurückgekehrt. Das Objekt von Richard Tuttle, einem Notenschlüssel ähnlich, musste aufgrund von Bauarbeiten am Fürstenberghaus eingelagert werden und ist jetzt neu verschraubt.

Kunst im öffentlichen Raum Münsters – dazu zählt auch eines der betagteren Objekte aus dem städtischen Portfolio: Die Arbeit „Ascension“ (Aufstieg) unweit der Clemenskirche bekommt eine Oberflächenbehandlung mit rostfreier Edelstahlwolle. Otto Freundlich schuf die Bronzeplastik bereits 1929 in Paris.